Klinik am Standort Airport interessiert
13.09.2007 | 11:02 Uhr 2007-09-13T11:02:05+0200Gewerbepark Brunshofstraße: Auch die WDL will das Grundstück kaufen und droht nun mit Abwanderung aus Mülheim
Nach langer Zeit der Funkstille kommt Bewegung in den geplanten interkommunalen Gewerbepark Brunshofstraße. Am ersten Baufeld hat ein privater Klinikbetreiber offenbar "konkretes Interesse". Allerdings auch der Luftschiffbauer Theodor Wüllenkemper.
Der Inhaber der Westdeutschen Luftwerbung hat der Stadt unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er das Gelände zwischen seiner Flugzeughalle und dem Abfertigungsgebäude des Airports brauche, um die Zukunft seines Betriebs für die nächsten 20 Jahre - so lange läuft sein Erbbaurecht-Vertrag - zu sichern. "Wenn ich das Grundstück nicht bekomme, verlagere ich das Unternehmen", droht Wüllenkemper.
Er kritisiert, dass die Stadt ihm bislang nicht entgegen gekommen sei, weil immer noch nicht feststeht, wie die Zukunft des Flughafens aussehen soll. Deshalb ist der WDL-Chef verärgert: "Ich fühle mich verar ...", erklärt er und gibt zu bedenken: "Eine Wirtschaftsförderung kann es sich nicht leisten, einen der besten Gewerbesteuerzahler ziehen zu lassen."
Jürgen Schnitzmeier, Chef der Mülheim & Business GmbH, kann Wüllenkempers Sorgen verstehen. "Leider ist immer noch nicht geklärt, ob das Geschäftsflughafen-Konzept und die kleine Düse kommen werden. Es gibt immer mehr Signale aus der Industrie und dem Mittelstand, dass sie die Chancen in Essen/Mülheim nutzen wollen."
Schnitzmeier vermisst aber die städtebaulichen Architekten-Entwürfe, die WDL bis Ostern habe liefern wollen und die vor Grundstücksgeschäften beizubringen seien. "Wir haben deshalb die Kontakte zu anderen Interessenten intensiviert", so der Chefwirtschaftsförderer. Sehr weit gediehen seien die Gespräche mit einem überregionalen und "am Markt etablierten" Klinikbetreiber, der auf den Ruhrhöhen expandieren will - der guten verkehrlichen Anbindung wegen. Schnitzmeier sieht in dem Investor einen "sehr interessanten Anker-Nutzer" für das interkommunale Gewerbegebiet.
Nach erheblichen Verzögerungen soll der Planungsausschuss am 11. Dezember die Offenlegung des Bebauungs-planes für die Brunshofstraße beschließen. "Wir arbeiten gerade die Anregungen der Bürger ein", sagt Baudezernentin Helga Sander. Voraussichtlich im Januar kann die Öffentlichkeit dann noch einmal Stellung nehmen. Baurecht erwartet sie für den Frühsommer.
Die Stadt Essen als Partnerin des interkommunalen Gewerbeparks wird angehört. Den Baubeschluss fällt aber allein der Mülheimer Rat. Mit Widerstand rechnet Sander nicht: "Im Gegenteil. Essen ist sehr daran interessiert, die Grundstücke zügig zu vermarkten." Bei der Immobilien-Messe Expo Real vom 8. bis 10. Oktober in München will man das Projekt erneut vorstellen.

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