Kleine Bühne mit großem Wortwitz

Bestens gelaunt präsentiert sich das Ensemble der „Kleinen Bühne“.
Bestens gelaunt präsentiert sich das Ensemble der „Kleinen Bühne“.
Foto: Walter Schernstein - PR Fotograf backsteintheater
Was wir bereits wissen
Ensemble bringt 16. Programm als Revue mit humorvollen Texten und Poesie, gespielten Rezitationen und Musik heraus. Premiere ist in der Alten Schule.

Mülheim an der Ruhr.. „So ist das Leben“, sagte der Clown mit Tränen in den Augen – und malte sich ein Lächeln ins Gesicht. Mit Wortwitz und Poesie will die Kleine Bühne des Mülheimer Backsteintheaters für zwei heitere Stunden sorgen. Das mittlerweile 16. Programm hat am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Juni, jeweils um 19 Uhr, Premiere in der Alten Villa an der Schulstraße 10.

Kurioses und Schräges

„Wir wollen Menschen erfreuen, die auch mit Alltagssorgen ins Theater kommen“, sagt Regisseur und Bühnenleiter Volkmar Spira. Das Publikum erwartet eine spritzige Revue mit gespielten Rezitationen, humoriger Dichtung von Goethe über Eugen Roth bis Elke Heidenreich mit Szenen von Kurt Tucholsky bis Ephraim Kishon. Das Ganze ist angereichert mit Chansons von Georg Kreisler, Hits von Abba und weiteren musikalischen Einlagen. Kurzum: ein bunter und schwungvoller Abend mit Anspruch, der das Publikum in heitere Stimmung versetzen soll.

Kurioses und andere Preziosen haben Volkmar Spira und Günter Johann ausgegraben: Else Stratmanns Liebesbriefe, sprachliche Kostproben aus der Ruhrgebietskneipe, spitzfindiger Rentnerhumor, wundersame amerikanische Gesetze, Warnhinweise auf Produkten oder deutsche Ortsnamen wie Elend, Katzenhirn und Deppenhausen. Da dürfen Tucholskys Text „In der Hotelhalle“ und Schräges wie das „Tagebuch einer Blondine“ oder „Die Eheschule“ nicht fehlen.

Das Musikprogramm hat Petra Stahringer-Burger mit Ulrike Dommer, Bärbel Bucke und Dr. Wolfgang Bruns ausgewählt. „Während die Texte so vielfältig wie ein Mosaik sind, sollte die Musik kein Kramladen werden“, sagt die musikalische Leiterin. Gute Unterhaltungsmusik sollte es sein, „die hat zum Beispiel Abba geliefert“. Aber es wird auch Ragtime und andere Oldies geben. Seit der Gründung der Kleinen Bühne 2007 ist Petra Stahringer-Burger, Leiterin der Musischen Werkstätten des Ev. Krankenhauses, dabei, erläutert Spira: „Eine gute Weggefährtin, die unsere Programme mit Liebe und viel Können mitgestaltet.“

Monika Gruber zählt zu den 14 Aktiven des Ensembles, das in seiner Freizeit – neben dem Beruf oder im Ruhestand – spielt und gern mal an die Rampe geht. „Wir sind ein munteres Völkchen, das mit aller Ernsthaftigkeit probt und immer wieder dabei lacht.“

Ein Jahr lang hat das Ensemble am 16. Programm unter dem Titel „Alles Theater – Poesie trifft Wortwitz“ geprobt. Die Kleine Bühne habe keinen Mittelpunkt, erläutert Spira, sondern sei wie eine Ellipse mit zwei Brennpunkten – den Texten und der Musik. Das engagierte und gut aufgelegte Ensemble ist immer für eine Überraschung gut.