Klangkraft Orchester spielt "Fliewatüüt" am Flughafen Mülheim

Volle Klangkraft voraus: (v.l.) Immo Blumhoff, Tobias Füller, Veronika Schwär und Sarah Burs lassen „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ erklingen.
Volle Klangkraft voraus: (v.l.) Immo Blumhoff, Tobias Füller, Veronika Schwär und Sarah Burs lassen „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ erklingen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Klangkraft Orchester aus Duisburg inszeniert am 13. und 14. Juni „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ als Live-Hörspiel am Flughafen Essen/Mülheim.

Mülheim.. Vom Fliewatüüt zum Flughafen ist es nicht weit – bildlich gesprochen. Was die tatsächliche Entfernung angeht, legen die Musiker des Klangkraft Orchesters einen für sie weiteren Weg zurück. Erstmals verlassen die Duisburger für ein Projekt ihre Heimatstadt: Am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Juni, gastiert das Laienorchester in symphonischer Besetzung am Flughafen Essen/Mülheim. „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ wird an der Brunshofstraße 5 als Live-Hörspiel inszeniert.

Sie haben zum Pressegespräch einen Mitschnitt aus den Proben mitgebracht. Und was da aus dem Lautsprecher kommt, klingt tatsächlich nach Hörspiel: Sprecher rezitieren den Text des bekannten Kinderbuchs, untermalt von passenden Geräuschen und von Musik. Die wird immer lauter, bis die Sprecher verstummen und nur noch das Orchester spielt.

Hangar soll zum Konzertsaal werden

An diesem Nachmittag geht die Aufzeichnung am Ende im Motorengeräusch des direkt nebenan startenden Flugzeugs unter. Denn das Vorbereitungsteam des Klangkraft Orchesters hat zum Auftrittsort eingeladen. Noch ist der Hangar voller Flugzeuge und einem zum Fliewatüüt umgetauften Hubschrauber. Am Auftrittswochenende soll der Hangar zum Konzertsaal werden. „Wir werden die leere Halle mit Licht- und Tontechnik und Bühnenelementen füllen und eine normale Konzertbestuhlung haben“, sagt Immo Blumhoff, erster Vorsitzender des Vereins Klangkraft Orchester.

Das 60-köpfige Orchester, das im vergangenen Jahr 40-jähriges Bestehen feierte, ist derartige logistische Herausforderungen gewöhnt: Für die Duisburger ist es nicht das erste Konzert an ungewöhnlichen Orten. In jedem Jahr stemmen die Hobbymusiker sein solches Projekt. „Wir haben bereits in einer Maschinenhalle von ThyssenKrupp gespielt und in einem Zirkuszelt“, zählt Immo Blumhoff auf. Ein Alleinstellungsmerkmal ist dies für das Orchester, das sich sein Publikum abseits des klassischen symphonischen Konzerts erspielt.

Seit Winter wird geprobt

Im vergangenen Sommer begannen die Vorbereitungen, seit Winter wird geprobt. „Wir werden die Reise musikalisch untermalen“, sagt Dirigent Tobias Füller. Wagners Lohengrin wird da etwa angestimmt, zudem Werke von Dvorak und Filmmusik. Letzteres ist ein Schwerpunkt des Orchesters. Für ihr Mülheimer Gastspiel hat sich Klangkraft zudem einen Dudelsackspieler und 14 Trompeter als Verstärkungen geholt. Drei Sprecher werden den Text vortragen.

„Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ ist das erste Kinderbuch, das die Musiker inszenieren. Dabei greifen sie laut Theresa Denhoff vom Vorbereitungsteam auf eine bearbeitete Kindertheaterfassung zurück. Das Klangkraft Orchester will ein breites Publikum erreichen, setzt auch deshalb auf eine abwechslungsreiche Musikauswahl. Jedoch, sagt Immo Blumhoff, „jeder, der uns kennt, weiß, dass es kein klassisches Kindertheater wird.“