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Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola

26.01.2013 | 06:00 Uhr
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
Der Cola-Koffer: Jugendgruppen oder Schulklassen können ihn ab sofort kostenlos ausleihen.   Foto: Kirchenkreis

Mülheim.   Mit dem Cola-Koffer versucht der evangelische Kirchenkreis an der Ruhr Schulklassen auf die Produktionsbedingungen des Getränkeunternehmens im Ausland aufmerksam zu machen. "Wir können Coca-Cola-Produkte nicht verbieten", erläutert Annika Lante vom Kirchenkreis, "aber Alternativen vorschlagen."

Wer kennt sie nicht, die süße, braune Brause – Coca-Cola . Der Evangelische Kirchenkreis an der Ruhr möchte jetzt mit einem kritischen „Cola-Koffer“ Konsumenten wie Schulklassen oder Jugendgruppen auf die Produktionsbedingungen im Ausland und auf Alternativgetränke aufmerksam machen.

Angefangen hat der aktuelle Protest gegen Coca-Cola 2005 in den USA: Studenten machten Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen unter dem Dach des Großkonzerns publik. Die Kampagne verbreitete sich bis nach Deutschland: Hier boykottiert beispielsweise der Kirchenkreis Oberhausen bereits seit 2008 die Marke Coca-Cola. So weit gehen die Mülheimer noch nicht, aber die Evangelische Kirche an der Ruhr und besonders die Lukasgemeinde versuchen schon, auf die Produkte zu verzichten.

Der Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ), die evangelischen Kirchenkreise Oberhausen und Rheinland sowie die evangelische Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof haben nun einen „Cola-Koffer“ gepackt, der empfiehlt, auf Alternativen umzusteigen. Wichtig sei es, so Claudio Gnypek, Bildungsreferent beim GMÖ, auf das Image von Coca-Cola hinzuweisen. „Schließlich wirbt der Konzern auch für sich.“

Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen

Hierzu bietet der Ausleihkoffer allerlei Materialien an. Enthalten sind Informationsblätter rund um den Coca-Cola-Konzern. Spiele wie Flaschendrehen und begleitendes Arbeitsmaterial für Schulklassen helfen dabei, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dokumentarfilme auf zwei DVDs zeigen den Kampf südamerikanischer Gewerkschafter, die für faire Arbeitsbedingungen bei Coca-Cola streiten. Außerdem gibt es Cola-Cocktail-Rezepte zum Ausprobieren, ein Cola-Quiz sowie Vorschläge für einen Infostand. Eine Mappe enthält Material über die Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die dem Konzern vorgeworfen werden.

„Wir können Coca-Cola-Produkte nicht verbieten“, erläutert Annika Lante, Sprecherin des Kirchenkreises an der Ruhr. „Dafür aber Alternativen vorschlagen, bei denen wir wissen, dass die Herstellung in Deutschland überwacht wird.“ Genau dieses Thema ist dem GMÖ-Bildungsreferenten Claudio Gnypek wichtig: „Sehen wir uns doch mal Indien an. Die Arbeitsbedingungen dort sind nicht gerade menschenwürdig. Wir erwarten deshalb von Coca-Cola, dass die Mitarbeiter geschützt werden.“ Ein langer Prozess, bei dem noch einiges erreicht werden soll.

Ab sofort kann der Koffer kostenfrei beim Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) in Mülheim ausgeliehen werden. Kontakt und weitere Informationen unter 882 26 94 12 oder gnypek@gmoe.de.

Vanessa Colucci



Kommentare
30.01.2013
08:16
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von daisyblue | #29

So, dann wird an der Bar im Martin-Luther-Haus also Coca-Cola verbannt und den
Billigarbeitskräften dieser heuchlerischen Institution das Trinken dergleichen verboten.
Heuchler mit erhobenem Zeigefinger, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

29.01.2013
23:05
Schöpferische Selbstzerstörung einer boykottierenden Kirche, 3. Abschnitt
von DocMarten | #28

Sinalco, vom Kirchenkreis empfohlen
(Pepsi wurde aus unerfindliche Gründen auch geächtet)
punktete als Kirchen Coke absolut nicht.
Wie übrigens seit 2008 schon vorhergesagt
mit der dazugehörige (vergebliche) Bitte an den Kirchenkreis OB
Stoppt den Cola-Boykott.

Der ökonomische Fakten, laut Getränkemarkt 2012:

1.500.000 hl Umsatzplus für Cola
90.000 hl Umsatzplus für die Rheinfelsgruppe inc. Sinalco

ein 16 faches (i.W. sechszehn) größeren Zugewinn
nicht trotz, sondern dank des Boykottaufrufs.

In Oberhausens Kirche, konkret vor Ort,
wurde vom Kanzel her propagiert:
"deutsche Christen trinken am besten deutsche Cola"
das ist einfach besser so.
Auch ein Argument,
wenn man es so sehen kann und
einzig der Eifer eifriger Aktionisten zählt
beispielsweise bei der Markus Kirchengemeinde OB.
Wenn Sinalco auf diese Weise
die ev. Kirche zum Freunde hat
benötigt man als Unternehmer keinen Konkurrenten
um das sein Markenprodukt "Sinalco"
ein dubiöses "Geschmäckle"
zu verpassen.

29.01.2013
22:57
Schöpferische Selbstzerstörung einer boykottierenden Kirche, 2. Abschnitt
von DocMarten | #27

Ganz schön saftig motivierend und
bestrickend einfach gewebt,
so wie das verzichten auf kritischem Verstehen.
Dazu passt das Mülheimer Köfferchen
mit sicht- und lichtgeschütztes Infomaterial
Und das ist auch gut so.

Ungeschützt, bei klarem Tageslicht betrachtet
wären die Infos (überwiegend anno 2008)
arg ausgebleicht und somit unansehnlich.
Wer präparierte Wahrheiten mag mags auspacken und fertig.
Wer mündige Meinungsbildung liebt,
wer sagt: nur dagegen sein reicht nicht

wer auch offen ist für Diskurs auf Augenhöhe,
besorge tunlichst als minimalistisches Minimum,
auch noch eine Gegendarstellung.
Ich selbst stellte fest dass man in Berlin
gerne seitens der Fa. Coca Cola umfassend
informiert wird und auf Anfragen freundliche,
offene, direkte und verwertbare Antworte erhält.

Was hats bisher gebracht?

Die bisherige wirtschaftliche Bilanz:
ein voller Erfolg
für das Unternehmen Coca Cola.
Das Unternehmen erzielte
überdurchschnittlich bessere Ergebnisse.
Sinalco, vom Kirchenkrei

29.01.2013
20:04
Schöpferische Selbstzerstörung einer boykottierenden Kirche
von DocMarten | #26



Ganze fünf Jahre schon,
seit 2008
boykottiert man im Kirchenkreis Oberhausen.
Gerade darum, und nur darum
melden sich mit bravouröse "maliziöse Willfährigkeit"
(Ausdruck von HP bezeichnet dysfunktionale Betriebsabläufe)
jetzt wackere Mitläufer aus Mühlheim.

Ist das wirklich alles?

Na Ja, ... wer mehr wissen will
findet eingekofferte Aktionsunterlagen.
Aber wer wills denn genau wissen?
Wer glaubt was man so glaubt lebt verzichtet gerne.
Dagegen sein reicht dann schon dafür.

Kollektives kirchlicher Verzicht auf Coke ist so einfach erfrischen cool.
Wenn es so mache und angesagt ist macht man es halt so.
Bolivien hat 2012 ja auch Coca Cola aus dem Land geworfen,
wie zuvor Nordkorea und Kuba.
Der weltweit prominenteste Coca Cola Boykotteur
seht mit seiner simple "hau drauf" Retorik Pate:

Hugo Chávez tells Venezuelans to drink juice not Coke
(The Guardian vom 22. Juli 2012)

Ganz schön saftig motivierend und
bestrickend einfach gewebt,
so wie das verzichten auf kritischem Ve

28.01.2013
17:10
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von germinal | #25

Wer sich ein Bild über die Kirch machen möchte, dem empfehle ich zwei heutige Reportagen (28.01.2013).

"
WDR 22:00
Die Story
Reportagereihe
Laufzeit: 45 Minuten
Regie: Eva Müller

Gott hat hohe Nebenkosten - Wer wirklich für die Kirche zahlt

(...)"

und

"
ARD 22:45
Die Story im Ersten
Dokureihe
Laufzeit: 45 Minuten
Regie: Gita Datta

Über Gerechtigkeit und Nächstenliebe reden die Kirchen gern und viel. Doch viele ihrer Mitarbeiter vermissen genau diese Tugenden, ...

(...)"

1 Antwort
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von mehlbox | #25-1

sehen sie und da haben sie einen empfindlichen punktgetroffen und schon halten sich die kirchenleute bedeckt. ist doch überall das gleiche.

28.01.2013
11:08
Kampagne für fairen Komsum
von annikalante | #24

Liebe Kommentierende,

nachdem der Artikel über unseren Cola-Koffer und das Engagement der Evangelischen Kirche hier lebhaft kommentiert wird, seien einige Hinweise erlaubt:

@mavodo: der Cola-Koffer ist tatsächlich eine Initiative verschiedener Arbeitsbereiche der evangelischen Kirche (Ev. Jugend, Gemeindedienst für Mission und Ökumene, u.a.) und wurde auch ausschließlich mit Mitteln der evangelischen Kirche finanziert. Etwaige Konkurrenten des Getränkegroßkonzerns haben mit dem Cola-Koffer nichts zu tun. Das Angebot versteht sich vielmehr als Kampagne für fairen Konsum und weniger gegen einen einzelnen Hersteller. Die Beschäftigung mit dem Thema Colakomsum geht zurück auf einen Beschluss der Rheinischen Landessynode aus dem vergangenen Jahr.

Annika Lante
Öffentlichkeitsreferentin Kirchenkreis An der Ruhr

27.01.2013
14:46
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von Faehrtensucher | #23

"Was hälstn von Angola?"
"An Gola - könnt ich mir totsaufe!"
Gruß

27.01.2013
00:18
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von Shy_Eye | #22

Hier wird, wie die Verantwortlichen immer so schön sagen: im Sinne der Wirtschaft :
so viel ******* zugelassen, den einfach kein Mensch brauch und dieser Mist bringt teilweise ganz schön viele Probleme mit sich!
Es gibt durchaus Länder die es einfach besser machen!!!! Und die Wirtschaft läuft bei denen trotzdem gut! Also ist mein Fazit, dass es wie sooft nur eine einzige Lüge ist, was man uns hier zu Lande vermitteln will.


26.01.2013
19:31
Eigentlich nur mal wieder ein prima Beispiel,
von lospolloshermanos | #21

wie der Staat versagt. Was nützen Gesetze, wenn nichts kontrolliert wird. Wenn Hersteller sich diese Gesetze auch noch so gestalten, daß man sich selber zertifiziert. So wird aus jedem Billigprodukt eine 1A-Ware.

Wenigstens hört man mal wieder was von "der Kirche" - nur hängen die auch mal wieder Jahre hinterher (2005). Man sollte sich z.B. mal mit Nestle (Bottled Life) oder Monsanto auseinandersetzen.

Zu den Zuständen in den Kirchen und ihren Einrichtungen: Auch hier weigert sich der Staat etwas zu ändern - wie soll man auch von anderen etwas fordern, was man selber nicht bereit zu leisten ist.

3 Antworten
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von Shy_Eye | #21-1

WORD!

Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von zahnbrasse | #21-2

Wer sich heute noch auf den Staat und seine von der Wirtschaft eingelullten Bürokraten verlässt, der ist verloren. So sieht die schwer verdauliche Wahrheit aus.

Wir können und dürfen uns nicht mehr auf staatliche Kontrollen und Sicherheiten verlassen (der nächste Salmonellenskandal bei Eiern wird wie jedes Jahr wieder zu Ostern pünktlich auf uns zukommen). Wir können uns nur selbst kontrollieren und selbst aktiv werden. Das fängt beim eigenen Konsumverhalten an und geht bis zur Eigeninitative als Eltern an Schulen, die sich dafür einsetzen, dass ihre Kinder bitte kein dickmachendes, kariesförderndes süßes Schlabberwasser angeboten bekommen. Wir haben es selbst in der Hand, doch wir müssen es in die eigene Hand nehmen.

Ich kann den allgemeinen Unmut an allen Ecken und Enden nur zu gut verstehen. Doch jede Eigeninitiative, die fernab von staatlicher Bevormundung und dem wirtschaftlichen Mainstream stattfindet, ist wichtig und lobenswert. Davon muss es mehr geben, vor allem an Schulen.

Schulen
von lospolloshermanos | #21-3

Man könnte ja das Fach Religion - ist reine Privatsache - durch ein Fach Umweltkunde o.ä. ersetzen. Wo kommt das Schnitzel her, wo das T-Shirt...

Gut an der Stelle: Für die Grünen in MH ist alles gut so, wie es ist. Die sind auch "angekommen". Ein Projekt in Brasilien besucht man auch lieber als immer die gleichen Schulen. Lokalpolitik darf niicht langweilig werden. ;)

http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/gruenen-setzen-beim-buergerpreis-auf-nachhaltigkeit-id7519639.html

26.01.2013
17:42
Kirchenkreis in Mülheim unterstützt Kampagne gegen Coca-Cola
von gudelia | #20

Die meisten Kommentare erinnern mich an ein schönes Gleichnis:
"Ein Bauer kommt zum König und sagt: Mein Hund hat die Kuh seiner Majestät zu Tode gehetzt. Was nun?"
Sagt der König: "Die wirst Du mir auf Heller und Pfennig bezahlen und zwar sofort!" Darauf der Bauer: "Ach, König, in der Aufregung habe ich die Sache umgekehrt, es war Euer Hund der meine Kuh zu Tode gehetzt hat."
Darauf der König: "Das ist natürlich ganz was anderes, da wird wohl die Kuh meinen armen Hund zur Notwehr gezwungen haben."
Es kommt eben immer noch darauf an WER was macht. Da interessiert die Sache nicht mehr.

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