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Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen

16.01.2013 | 06:05 Uhr
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
Jahresempfang in der Wolfsburg mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und rechts von ihm Notker Wolf, Abtprimas des Benediktinerordens.Foto: Christoph Wojtyczka

Speldorf.   Am Montagabend fand der Jahresempfang des Bistums Essens in der Wolfsburg statt. Dort betonte Bischof Overbeck vor mehr als 300 Gästen, dass die Aufarbeitung und Aufklärung der Missbrauchsfälle offensiv fortgesetzt werde: Es gehe um die erlittene Not und den Schmerz der Opfer.

Die Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche werden auf allen Ebenen weiterhin offensiv fortgesetzt. Das betonte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Montagabend, beim Jahresempfang des Bistums in der Wolfsburg.

Kirche angezweifelt

Vor den über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft beklagte der Bischof, dass in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle die Fähigkeit und Bereitschaft der Kirche zu Offenheit und Transparenz erneut öffentlich angezweifelt werde. „Das schmerzt mich und viele andere sehr“, so Overbeck. Der Wechsel des Projektpartners sei nicht gleichzusetzen mit der Beendigung der kriminologischen Aufarbeitung. Das Bistum Essen sei allen Hinweisen auf einen möglichen sexuellen Missbrauch nachgegangen und habe alle Schritte gemäß der Verfahrensordnung eingeleitet und umgesetzt. Auch habe man sich zu einem umfassenden Präventionsprogramm verpflichtet. Der Bischof bekräftige erneut, dass das Ruhrbistum wie auch andere Diözesen allen Opfern „menschliche, therapeutische, seelsorgliche und materielle Hilfe“ zusichere. Es gehe vor allem um eine Anerkennung der erlittenen Not, der Schmerzen und des zugefügten Leides.

Gesellschaftlicher Diskurs notwendig

Eine große Herausforderung ist für Bischof Overbeck die Umbruchsituation in der Krankenhauslandschaft. „Die Krankenhäuser stehen unter enormem Effizienz- und Kostendruck“, so Overbeck. Was die Medizinethik betreffe, die im Programm der „Wolfsburg “ einen festen Platz habe, sei ein breiter gesellschaftlicher Diskurs notwendig. Nicht nur die High-Tech-Medizin werfe neue ethische Fragen auf.

"Wir müssen etwas ändern"

Eine Umkehr zur Nachhaltigkeit mahnte der Festredner, Abtprimas Notker Wolf, Rom, höchster Repräsentant des Benediktinerordens, in seinem Vortrag zum Thema „Zeit für den Wandel. Nachhaltig leben – für eine gute Zukunft“ an. „Wir müssen etwas ändern, vor allem uns selbst, und nicht gedankenlos in den Tag leben“, betonte er. Müllberge, Umweltschäden, Naturkatastrophen, Atommüll, Reaktorunfälle, Schuldenberge, Kursstürze an den Börsen oder Lebensmittelskandale seien alarmierende Zeichen, dass es so nicht weitergehen könne. „Es ist höchste Zeit, unser Leben und unseren Lebensstil nachhaltig ändern“, betonte Wolf.

Er warnte vor dem Irrglauben, dass alles machbar sei, warnte vor Arroganz und Bevormundung. Wolf wünscht sich „mehr Demut, eine Tugend der Sparsamkeit, das Ja zur Geschöpflichkeit und eigenen Begrenztheit“.



Kommentare
16.01.2013
20:15
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von mehlbox | #6

sorry für meine tippfehler. passiert immer wenn ich wütend bin

16.01.2013
20:13
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von mehlbox | #5

komisch!gibts denn hier keine overbeck und co symphatisanten? das ist hier in bayern ganz anders. da sind die täter ide opfer und die opfer die täter. hätten ja nicht so junbg sein brauchen. das turnt an!

16.01.2013
16:35
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von cvoertzen | #4

Der Herr Bischof beklagt, daß keiner der Kirche über den Weg traut, wenn auch nur einer von ihnen den Mund aufmacht. Na gut.

Dann lasset uns beten für die irregeleiteten und von einer Sensationspresse verführten Schäfchen. Und dann beten wir im stillen für uns, auf das alles weiter so schön rund läuft wie in den letzten 2000 Jahren. Es reicht übrigens völlig, die Kirchensteuer rüberzuschieben und "unsere" karitativen Einrichtungen zu finanzieren. Jegliche Einmischung von Aussenstehenden verbitten wir uns wie immer ganz entschieden!

16.01.2013
14:21
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von EduardM | #3

Die Aufklärung wird beginnen. So in etwa 500 Jahren

1 Antwort
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von akaz | #3-1

Sie sind aber extrem optimistisch!

16.01.2013
12:53
Kirche will Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen
von schweinchen_schlau | #2

@#1 mehlbox
Wenn die Jungs in schwarz mit einem Erfahrung haben, dann ist es aussitzen und das seit 2000Jahren.

Aber das nur am Rande. Erschreckend ist doch in diesen Tagen, dass wieder die Kirche bestimmen will was Wahrheit ist, bei den tausenden Mißbrauchsfällen.

Schwarz-Gelb lassen sie auch noch weiter agieren und bestärken sie in ihrem Treiben.

Kein Wunder bei den C-Parteien.

16.01.2013
08:11
Kirche versichert offensive Aufklärung
von mehlbox | #1

herr overbeck sollte sich vor schmerzen am boden wälzen. die kirche ist nicht bereit aufzuklären. sie lügt und lügt und beruft sich auf das system kohl: aussitzen, aussitzen, aussitzen

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