Kinder wären gerne wie Pippilotta

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Eppinghofen..  Das stärkste Mädchen der Welt – Pippi Langstrumpf – wird 70 Jahre alt und ist heute noch genauso berühmt wie früher. Keiner weiß das besser, als die Kinder aus der Astrid-Lindgren-Grundschule an der Mellinghofer Straße. Die rothaarige Göre mit dem großen Herzen grinst den Schülern von einer Wand im Obergeschoss entgegen, sie steht im Mittelpunkt des Schullogos und in der Schulbücherei gibt es natürlich alle drei Pippi-Bücher.

Was ist das Mädchen mit den geringelten Strümpfen eigentlich für eine? „Sie wohnt alleine in der Villa Kunterbunt, sie ist stark und mutig – und sie geht nicht zur Schule“, zählt Patricia (10) auf und Joel (9) ergänzt: „Sie macht viele Späße und viel Blödsinn, ohne Ärger zu kriegen.“ Dass Pippi sich alles traut und sogar gegenüber Räubern die Nase vorne hat, imponiert Noel (10).

Sie legt sogar die Räuber rein

Den Namen des schwedischen Superstars können sie alle auswendig: „Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstocher Langstrumpf!“ Ob sie gerne wie Pippi wären? „Ja, klar!“, rufen die Schüler einstimmig. Und so ganz alleine in einer großen Villa wohnen? „Warum nicht? Ich war schon mal kurz alleine zu Hause, da hab’ ich mich gar nicht alleine gefühlt“, sagt Clair (8), Emilia dagegen erklärt: „Ja, aber nur mit meinen Eltern.“ Die Zweitklässlerin kann sogar einen coolen Pippi Langstrumpf-Tanz vortanzen.

Richtig gut findet Noel (10), dass Pippi so nette Freunde hat. Tommy und Annika sein möchten die Kinder jedoch nicht. „Das sind doch ganz normale Menschen“, sagt Lara (8) und winkt ab. Dafür hätte sie gerne ein Pferd wie den Kleinen Onkel oder einen Affen wie Herrn Nilsson. „Mein Vater würde uns aber eher einen Papagei kaufen.“

Welche Szene im Buch oder Film ihre Lieblingsstelle ist? „Die, wo Pippi den Kopf in die Torte steckt“, sagt Lara. „Als sie sich Bürsten unter die Füße schnallt und den Fußboden sauber macht“, findet Joel. Pippi, so meinen die Kinder, ist nicht nur einfallsreich, sondern auch richtig nett. „Einmal kauft sie im Süßigkeitenladen ganz viel ein und schenkt es dann den anderen Kindern“, gibt Patricia ein Beispiel. „Pippi ist gar nicht egoistisch!“ Die Viertklässlerin weiß auch, wann sich Astrid Lindgren die fantasievolle Geschichte ausgedacht hat. „Ihre Tochter war krank, wollte eine Geschichte erzählt bekommen.“ Das war 1941, später schrieb die Autorin alles auf, 1945 wurde das erste Buch veröffentlicht. Dass Eltern und Lehrer es damals gar nicht gut fanden, weil Pippi ein schlechtes Vorbild für Kinder sei, kann Clair nicht verstehen: „Das stimmt doch gar nicht“, ruft sie, „ich habe das Buch gelesen und bin nicht frech geworden!“