Keine Notwendigkeit für Videoüberwachung

An vielen Orten überwachen Kameras aus Sicherheitsgründen das Geschehen. In Mülheim wird auf öffentlichen Plätzen aber weiter nicht gefilmt – die Stadt selbst verzichtet auf eine eigene Video-Überwachung. „Wir sehen dafür bislang keine Notwendigkeit“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels auf Anfrage. Es gebe in Mülheim aus Sicht der Verwaltung keine besonderen Orte, an denen eine Überwachung aus Sicherheitsgründen erforderlich sei. „Derzeit ist auch nicht geplant, irgendwo Videokameras zu installieren“, so Wiebels.

Ausnahmen seien das Kunstmuseum und das Medienhaus, schränkt der Stadtsprecher ein. „Zum Schutz vor Dieben zeichnen dort auf jeder Etage Kameras das Geschehen auf.“ Bilder wurden in Einzelfällen bereits der Polizei für Ermittlungen übergeben.

Auch die Besucher des Forums werden aus Sicherheitsgründen gefilmt, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Pins. „Rund 80 Prozent unserer Flächen inklusive Parkhaus werden von mehr als 200 Kameras überwacht.“ Die Bilder werden im Schnitt fünf Tage gespeichert. Die Besitzer der Geschäfte könnten jeweils selbst entscheiden, ob sie Kameras einsetzen.

Rhein-Ruhr-Zentrum hat reduziert

In den Ladenzeilen des Rhein-Ruhr-Zentrums gebe es dagegen seit rund vier Jahren keine Videokameras mehr, sagt Ulrich Schmitz, Regionaldirektor des RRZ-Eigentümers ECE. „Nach einer Aufforderung des für uns zuständigen Datenschutzbeauftragten aus Hamburg haben wir die Zahl der Kameras deutlich reduziert.“ Nur im Lagerbereich und zur Verkehrsüberwachung des Humboldtrings werde gefilmt.

Zur Überwachung des Verkehrs setzt auch die MVG Video-Technik ein. 119 Fix- und Schwenkkameras sind in den Bahnhöfen installiert, die Bilder werden in der Regel 72 Stunden gespeichert. Hinzu kommen 43 Fixkameras in den Notrufsäulen der Bahnhöfe, die aufzeichnen wenn die Säule betätigt wird. „Zudem sind alle Omnibusse und drei Viertel der Straßenbahnen mit Kameras ausgerüstet“, sagt MVG-Sprecher Olaf Frei. Aufgezeichnet werde 36 Stunden, es sei denn, der Fahrer drücke den „Markierungsstaster“ – dann werde 15 Minuten vorher und nachher gespeichert.

Die Deutsche Bahn gibt sich wie erwartet zu Kameras auf Bahnhöfen in Mülheim zugeknöpft. Auf Anfrage gibt sie keine Auskünfte. An einigen Stellen sind die Kameras aber wie auch in den Bahnen durchaus zu erkennen. Eine Mitteilung mit bundesweiten Zahlen besagt lediglich: „Derzeit sind 4800 Kameras an rund 640 Bahnhöfen im Einsatz. Weitere 18 000 Videokameras sind in Regional- und S-Bahnzügen der DB installiert, Tendenz zunehmend. Damit sind rund 80 Prozent der Fahrgastströme von Kameras erfasst.“

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