Keine Kündigungen bei Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum

Bei Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum ist der Einkauf weiter möglich. Doch es gibt weniger Mitarbeiter.
Bei Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum ist der Einkauf weiter möglich. Doch es gibt weniger Mitarbeiter.
Foto: Mattias Graben
Was wir bereits wissen
Die Mitarbeiter im Rhein-Ruhr-Zentrum können aufatmen. Ein Personalabbau findet statt, doch nur auf freiwilliger Basis. 2015 gehen knapp 30 Kollegen.

Mülheim.. „Wir leben seit Jahren in Ungewissheit, immer zwischen Höhen und Tiefen.“ Diesen schwer erträglichen Zustand hat Andrea Grisail, Betriebsratsvorsitzende des Mülheimer Karstadt-Hauses, in den vergangenen Jahren immer wieder beklagt, zuletzt noch Anfang Februar. Damals war noch immer unklar, wie sich das bundesweite Spar- und Sanierungskonzept auf den Standort auswirken wird. Nun endlich, nach einer jüngst einberufenen Betriebsversammlung, weiß die Belegschaft: Bei Karstadt im Rhein-Ruhr-Zentrum wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben! Die Erleichterung ist riesig.

„Für mich war es das größte Ziel, dass wir diese Kündigungen verhindern“, sagt die Betriebsratsvorsitzende. „Wir sind ein wenig stolz, dass wir das auch geschafft haben.“ Die Sorge vor unschönen Entlassungen, vor belastender Sozialauswahl, ist damit vom Tisch – einen Personalabbau wird es dennoch geben: Waren Anfang 2015 noch 272 Mitarbeiter im Mülheimer Haus beschäftigt, werden es Ende des laufenden Jahres nur noch 243 Mitarbeiter sein. Darunter seien Kollegen, die Vollzeitstellen haben, sagt Andrea Grisail, aber auch solche, die lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Stellenabbau soll über „natürliche Fluktuation“ geschehen

Der Abbau geschehe über „natürliche Fluktuation“. Etwa über Mitarbeiter, die etwas früher in Rente gehen oder freiwillig mit Abfindung austreten, aber auch über interne Umstrukturierungen, über Aufgaben also, die die Kollegen an anderen Stellen der Warenhauskette übernehmen. Für Andrea Grisail bedeutet der seit Wochen peu à peu vonstatten gehende Abbau die nächste große Herausforderung: „Wir müssen das so einstielen, dass die verbliebenen Kollegen die Arbeit noch stemmen können.“

Schon Anfang des Jahres, erzählt Grisail, habe es eine erste Prognose für das Mülheimer Haus gegeben, die hoffen ließ. „Wir seien auf gutem Wege, hieß es“, mehr aber war noch nicht bekannt. Echte Entwarnung gab es erst in der Betriebsversammlung am 31. März – und damit endlich ein Ende der elenden Warterei. „Es gibt ja nichts Schlimmeres, als mit so einer Unsicherheit arbeiten gehen zu müssen.“