Keine Hoffnung, aber Bewegung

Konkrete Hoffnung gibt es für das Projekt Troost’sche Weberei im Luisental zwar noch nicht, aber gut fünf Monate nachdem der aus dem niederrheinischen Rheinberg stammende Bauunternehmer Markus Pionke Insolvenz anmelden musste, ist zumindest wieder Bewegung in die Sache gekommen.

Da im Kaufvertrag festgelegt war, dass Geld erst bei Erteilung der Baugenehmigung fließt, ist inzwischen die Vereinigte Thyssen Stiftung wieder Eigentümer des drei Gebäude umfassenden historischen Ensembles. Während das historische Webereigebäude in einem so schlechten Zustand ist, dass auch an einen nur teilweisen Erhalt aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu denken ist, sah die letzte Planung vor, beim Tudorhaus zumindest Teile der Fassadenseiten zu retten.

Theoretisch müsste jetzt wieder alles auf Null gesetzt und von vorne begonnen werden. Aber das Team, das das Projekt bislang vorangetrieben hat, hält auch weiterhin an seinem Konzept fest. Dazu zählt auch der Architekt Ansgar Huster aus Lüdinghausen, der auch eine Nachempfindung des historischen Webereigebäudes entworfen hat, die mit ihrer modernen Seite zum Thyssenteich bei der Politik am Anfang nur auf wenig Sympathie gestoßen war.

„Mit dem Bebauungsplan waren wir fast auf der Zielgeraden. Es wäre schade, jetzt nicht weiter zu machen“, sagt Andreas Schmelzer, der das Projekt vor drei Jahren angestoßen hat und sich inzwischen mit einem Partner an der Düsseldorfer Straße unter dem Namen Greens Immobilien niedergelassen hat, wo er übrigens auch regelmäßig Kunst präsentiert. Alle Gutachten, Pläne und Berechnungen, um von Politik und Verwaltung grünes Licht zu bekommen, hätten vorgelegen, so Schmelzer. Es überrascht daher auch nicht, dass die Stiftung Schmelzer beauftragt hat, sich auf die Suche nach einem Investor zu machen. Es gebe auch schon Interessenten, sagt er. „Wir sind aber ganz am Anfang. Ob es zu einem Abschluss kommt, lässt sich noch nicht sagen.“ Die Zeit drängt allerdings. Die historische Bausubstanz verbessert sich mit einer längeren Wartezeit auch nicht. Um eine Perspektive für dieses Ensemble, das als Wiege der Mülheimer Industrialisierung gilt, wird schon seit Jahren gerungen. Auch Gerichte waren schon mit der Frage von Erhalt und Abriss betraut.