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Keine Einigung vor 2009

26.09.2007 | 20:48 Uhr

SPD-Vorsitzender plädiert für die Zulassung von Düsenflugzeugen bis 25 Tonnen am Flughafen Essen/Mülheim. Er sieht aber keine Einigungsmöglichkeit mit dem Koalitionspartner CDU

WAZ-INTERVIEW MIT FRANK ESSERMit ihrer Haltung zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Firma WDL am Flughafen geht die SPD auf Konfrontationskurs zur Planungsdezernentin und zur Wirtschaftsförderung. Mit dem Parteivorsitzenden Frank Esser sprach darüber WAZ-Redakteur Frank Meßing.

Warum ergreift die SPD so vehement Partei für die Westdeutsche Luftwerbung?

Esser: Aus wirtschaftlichen Gründen. Ich finde es beinahe unerträglich, wie mit dem Lebenswerk von Theodor Wüllenkemper umgegangen wird. Seine Unternehmen zahlen in Mülheim extrem hohe Gewerbesteuern. Wir sollten alles tun, damit sich die WDL in Mülheim weiter entwickeln kann.

Für die WDL macht eine Expansion auf dem Nachbargrundstück aber nur Sinn, wenn das Düsenverbot aufgehoben wird. Doch dafür gibt es keine politische Mehrheit.

Esser: In der Kooperation mit der CDU blockieren wir uns in dieser Frage gegenseitig. Die SPD hat eine klare Position für den Fall, dass sich nach der Kommunalwahl 2009 die Mehrheiten ändern. Vorher sehe ich keine Einigungsmöglichkeit.

Wie sähe der Flughafen Essen/Mülheim denn aus, wenn die SPD entscheiden könnte?

Esser: Wir brauchen eine Betriebsgenehmigung für Düsenflugzeuge bis 25 Tonnen. Es wäre sinnvoll, wenn die WDL ihre Maschinen in Mülheim warten könnte. Ich bin davon überzeugt, dass die Lärmbelastung durch die Zulassung von Düsenjets abnehmen würde. Die Zahl der Schulungsflüge hat sich übrigens in den letzten Jahren mehr als halbiert.

Gibt es denn überhaupt einen Bedarf für Geschäftsflüge?

Esser: Ja. Viele Unternehmen positionieren sich nicht öffentlich, weil sie befürchten, in den politischen Streit hineingezogen zu werden. Geschäftsfliegerei braucht zeitliche Flexibilität. Die ist in Düsseldorf nicht zu haben, in Mülheim schon.

Ihre Forderungen werden den Protest der Flughafen-Gegner noch verschärfen.

Esser: Die Politik des Netzwerks gegen Fluglärm schürt Ängste, weil sie Düsseldorfer und Mülheimer Entwicklungen miteinander vermengt. Die Deutsche Flugsicherung ist keine verbrecherische Vereinigung. Diesen Eindruck kann man aber oft aus den Äußerungen des Netzwerks herauslesen. Da wird an Verschwörungstheorien gebastelt, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Nehmen Sie die kritischen Stimmen nicht ernst?

Esser: Natürlich nehmen wir sie ernst. Wir müssen aber akzeptieren, dass wir in einem Ballungsraum leben, in dem Infrastruktureinrichtungen wie Flughäfen, Autobahnen und Eisenbahnstrecken dicht an Wohngebieten liegen. Ich selbst wohne knapp 70 Meter von einer Autobahn entfernt. Auf Platz zwei der Flugziele, die von Düsseldorf angeflogen werden, liegt Palma de Mallorca, auf Platz vier folgt Antalya. Wer aus unserer Region in Urlaub fliegt, startet in Düsseldorf. Allen sollte klar sein: Wir selbst sind zum großen Teil für den Lärm verantwortlich. Machten wir alle Urlaub im Sauerland, wäre es am Himmel über Mülheim ruhiger.

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