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Kein Krisengebiet

05.12.2009 | 05:01 Uhr

Adventszeit ist Einkaufszeit – auch in der Rezession. Der Start ins Weihnachtsgeschäft fiel allerdings gemischt aus.

Adventszeit ist Einkaufszeit. Man stelle sich die Szenen vor, die sich Heiligabend um den Tannenbaum abspielten, gäbe es keine Geschenke. Auch die Wirtschaftskrise ändert daran nichts. Doch fallen die Geschenke in der Rezession nun kleiner aus oder bleibt Weihnachten für den Handel eine schöne Bescherung?

Ein Rückblick: Am ersten Adventssamstag 2009 steht die Innenstadt mal wieder im Regen. Für die Einkaufszentren der Region hingegen bedeutet schlechtes Wetter volles Haus. Im Rhein-Ruhr-Zentrum sieht es dann auch nicht nach Krise aus. Es ist gut voll. Umringt von neuer Weihnachtsdeko schlendern einige gemütlich umher, andere marschieren zielstrebig von Geschäft zu Geschäft. Männer hüten Tüten und warten auf Bänken auf ihre shoppenden Frauen. Da ist es kein Wunder, das Center-Manager Oliver Kraft mit dem Start ins Weihnachtsgeschäft „durchaus zufrieden” ist. Rund 47000 Menschen kamen am vergangenen Samstag. Und: „Die, die zu uns kommen, wollen etwas kaufen.”

Schaut man sich um, mag man ihm glauben: Kaum jemand ist in Sicht, der nicht mindestens eine Plastiktasche trägt. Rene´ und Lena Neust schleppen gar drei riesige Tüten. Innerhalb einer Stunde haben sie ihre Geschenkeliste komplett abgearbeitet – und die umfasst das Übliche. Keine Spur von Krise also. Da passt es, dass RRZ-Chef Kraft die erste Dezemberwoche zusammenfasst mit: „Die Zahlen liegen auf Höhe des Vorjahres.”

Auch Kundin Gerti Kerhoff kauft diesmal nicht mehr oder weniger. „Bei uns gab es nie übermäßige Geschenke. Meine Schwester und ich schenken uns zum Beispiel nur eine Kleinigkeit.” Auch Uschi Lietzschaus Familie hat die Bescherung teilweise abgeschafft: „Wir Erwachsenen schenken uns nichts. Und meine Enkel sind in dem Alter, in dem sie sich Geld wünschen.” Das erleichtert das Einkaufen.

Ganz so trubelig ist es am ersten Adventssamstag im Forum nicht. Dort fällt die Bilanz nach einer Woche Weihnachtsgeschäft dann auch recht unterschiedlich aus. Bei C&A etwa äußert man sich grundsätzlich nicht gerne zu Umsätzen und Kundenzulauf; und diesmal ist Thorsten Geisdecker ganz kurz angebunden: „Es läuft noch nicht so – und mehr möchte ich dazu nicht sagen.” Bei Thalia hingegen sieht ganz anders aus. „Bei uns liefen die letzten Tage sehr positiv”, sagt Filialleiterin Bettina Hecker. „Seit Montag, seit es auf Nikolaus zugeht, hat es bei uns richtig eingesetzt. Ich kann keine Kaufzurückhaltung ausmachen.” Die Krise habe den Buchhandel sowieso grundsätzlich eher verschont.

Beate Utnehmer aber hat in ihrer Douglas-Filiale in der City noch viel Luft nach oben ausgemacht. „Ein bisschen verhalten” kauften die Kunden und das Geschäft sei „bescheiden”. Aber sie bleibt ruhig: „Es ist noch früh. Jetzt kommt erst mal Nikolaus. Wir erwarten eine Steigerung.”

Das ist auch die Devise von Theodor Damann. Der Geschäftsführer des Mülheimer Einzelhandelsverbands hatte den Eindruck, „dass das erste Adventswochenende noch ausbaufähig ist”. Er hofft nun, dass es an den noch folgenden besser läuft – für alle, aber besonders für die Innenstadt. „Der Einzelhandel braucht dringend ein zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft. Denn das macht 30 bis 40 Prozent des Jahresumsatz aus.” Wenn es die Zahlen zum Fest nicht stimmen, fällt noch das ganze Jahr ins Wasser. Doch auch Damann schaut hoffnungsvoll aufs Wetter: „Es ist kälter geworden. Wenn es jetzt trocken bleibt, sind das gute Voraussetzungen.”

Julia Damm

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