Kaum Bewegung am THW-Turm
20.04.2007 | 13:16 Uhr 2007-04-20T13:16:18+0200Im Mai sollen nach dem Abschluss des Erkundungsverfahrens Alternativ-Standorte vorgestellt werden.Verfall schreitet in Saarn und Heißen voran. Einzelhandel wäre für die SPD die "gedankenloseste Lösung"
Als geeignetes Feld für die Stadtentwicklung haben Politiker und Verwaltung längst das THW-Gelände an der Düsseldorfer Straße 223 ausgemacht. Nun kommt offenbar Bewegung in die verfahrene Situation. "Über die Verlagerung des Technischen Hilfswerks wird in nächster Zeit entschieden. Das Erkundungsverfahren, welche Ausweichflächen in Mülheim zur Verfügung stehen, ist abgeschlossen. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung der Standorte - und es gibt mehrere - läuft", sagt Wilfried Verburg, Wirtschaftsförderer bei Mülheim & Business. Und: "Mit einer Entscheidung kann im Mai gerechnet werden." Im Mai 2007, wohlgemerkt.
Der THW-Umzug wäre Voraussetzung für die Neu-Nutzung des rund 10 600 m2 großen Geländes. Doch daran hapert es seit Jahren. Die als Alternativ-Standort (zwischendurch auch einmal für die zweite Feuerwehr-Wache) favorisierte ehemalige Autobahnmeisterei an der Yorckstraße war ein heißer Kandidat fürs THW. Dann auf einmal war sie komplett aus dem Rennen, nun gehört sie wieder zu den möglichen Ausweich-Quartieren.
Hüben wie drüben, in Saarn und Heißen, nagt der Zahn der Zeit derweil an den Gebäuden. Die leere Hallenanlage an der Yorckstraße wurde geheizt, doch bereits 2004 stand bei einem SPD-Besuch vor Ort bereits fast 30 cm hoch das Wasser im Keller des früheren Verwaltungstraktes. Und auch an der Düsseldorfer Straße ist das Bild nicht nur wegen des auf Verfall getrimmten Übungs-Turms eher trist. Eingeworfene Scheiben und verbretterte Fenster zieren die Straßenfront des Gebäudes neben dem THW-Sitz nur bedingt. An den Fassaden werden nur noch Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt.
Bislang tat sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben schwer mit ihren Komplexen in Mülheim. Bereits Anfang März machte der SPD-Ortsverein Saarn-Selbeck-Mintard nochmals Dampf. "Diese Situation", klagte Bernd Otto, sei für "die weitere Entwicklung des Ortsteils hinderlich und aus Sicht des Ortsvereins nicht zumutbar".
Gewerbenutzung ist für den THW-Standort vorgesehen. Doch Dieter Wiechering, SPD-Fraktionschef und Vorsitzender des Planungsausschusses sieht hier "schon wieder das Begehren, dort großflächigen Einzelhandel anzusiedeln. Doch das ist die gedankenloseste Lösung. Die Politik wird da nicht so einfach mitziehen."
Gegenüber auf dem alten Rühl-Gelände entsteht keine 500 Meter vom bisherigen Standort ein neuer Aldi-Markt. "Der wurde uns einst als Musterladen verkauft", sagt Wiechering und weiß um die Sogwirkung des Discoun-ters auf andere Markt-Anbieter. "Doch das heißt nicht, dass wir denen auch nachgeben dürfen. Dafür haben wir nicht Jahrzehnte über die Situation an dieser Stelle geredet. Da erwarte ich von der Verwaltung Standfestigkeit.""Da erwarte ich von der Verwaltung Standfestigkeit"

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