Kanister mit Altöl am Ruhrufer abgeladen

Speldorf..  Das ist schon eine riesige Umwelt-Sauerei, findet Hans-Peter Raddatz. Am Kolkerhofweg, dem Weg, der unter der Autobahnbrücke der A40 an der Ruhr entlang führt, hat der ehrenamtliche Landschaftswächter aus Styrum etwa zehn Kanister voller dunkler Flüssigkeit entdeckt – in Summe etwa 200 Liter. Abgestellt sind die Behälter „schön versteckt“, wie er sagt, unter einem alten Anhänger. Seinen geschulten Augen als ehrenamtlichem Landschaftswächter ist die wilde Müllkippe indes nicht entgangen. „Ich habe die Deckel abgeschraubt, um zu gucken, was da drin ist“, erzählt Raddatz und fügt hinzu: „Es handelt sich um Altöl.“

Ein Umstand, der die Stadt, bei der Raddatz seine Entdeckung gemeldet hat, in Alarmbereitschaft versetzt. „Farben, Lacke und Öle haben in der Natur nichts verloren. Dadurch kann die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr sein“, sagt Stadtpressesprecher Volker Wiebels und macht deutlich: „Spätestens wenn die Behälter umkippen und die Flüssigkeiten in den Boden gelangen, liegt ein Umweltdelikt vor.“ Noch gestern sollte ein Auftrag zur Entsorgung der Gefäße an die Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG) erteilt werden. Denn die Stadt, genauer das Umweltamt, beauftragt in solchen Fällen die MEG mit der Abfuhr von Unrat, der im öffentlichen Raum entdeckt wird. Die MEG wiederum stellt ihre Leistungen dann der Stadt in Rechnung. Nicht nur aus Kostengründen ist der Stadt daran gelegen, dass der Verursacher ermittelt wird.

Stadtsprecher Wiebels: „Wir werden alles daran setzen, herauszufinden, wer dahinter steckt. Das ist kein Kavaliersdelikt. Wir ziehen in Erwägung, die Kriminalpolizei einzuschalten.“ Bleibt der Verursacher aber unentdeckt, muss die Stadt für die Entsorgung von illegal abgeladenem Müll zahlen. „Das verursacht rund 40 000 Euro zusätzliche Kosten im Jahr“, sagt Wiebels und zeigt die Häufigkeit solcher Funde auf.

Immer wieder findet auch Hans-Peter Raddatz bei seinen Rundgängen entlang des Ruhrufers Sperrmüll, Schrott und eben Gefäße. „Wie kopflos manche Menschen sind, wenn sie einfach gefährliches Altöl in der Natur abladen“, ärgert er sich. Kürzlich hatte er einen zweiachsigen Autoanhänger voll beladen mit Bauschutt entdeckt, der – ohne Kennzeichen – am Ruhrufer abgestellt worden war. Wie sich herausstellte, war der Anhänger zuvor in Oberhausen geklaut worden – offenbar genau zu dem Zweck, um Schutt zu entsorgen. „Was für einen Aufwand manche betreiben“, sagt Raddatz. Seine Motivation, sich als ehrenamtlicher Landschaftswächter zu engagieren, tut das keinen Abbruch – im Gegenteil: „Mir geht es darum, dass die Leute merken, dass man so etwas nicht hinnimmt.“