Kanadagänse dürfen frühzeitig geschossen werden
09.09.2009 | 13:40 Uhr 2009-09-09T13:40:00+0200
Mülheim. Eine Sondergenehmigung erlaubt das frühzeitige Schießen auf Kanadagänse. Begründet wird diese Ausnahmegenehmigung mit einer Überpopulation, die für einen „übermäßigen Wildschaden” verantwortlich gemacht wird. Doch die Tierschützer sind empört über die Praktiken.
Die Vogelschützer hatten es lange befürchtet, jetzt ist es Gewissheit. Seit dem 18. August darf wieder, wie erst jetzt bekannt wurde, auf Kanadagänse geschossen werden. Ausgenommen sind Naturschutz- und Vogelschutzgebiete.
Die obere Jagdbehörde erließ auf Antrag von Landwirten eine Ausnahmegenehmigung, die das Ordnungsamt an die Jagdpächter weitergab, die jeden Abschuss dokumentieren müssen. Gejagt werden dürfen die Tiere regulär nur vom 1. November bis zum 15. Januar. Ansonsten gilt die Schonzeit. Insbesondere Jungtiere bis zum Alter von 14 Monaten sind von der Jagd ausgeschlossen.
Begründet wurde die Ausnahmegenehmigung mit einer Überpopulation, die für einen „übermäßigen Wildschaden” verantwortlich gemacht wird. Andere Mittel zur Vertreibung der Vögel seien aber wirkungslos. Exakt beziffert wird allerdings weder der entstandene Schaden noch die Überpopulation. Schäden müssten die Landwirte hinnehmen, diese dürften nur nicht übermäßig sein, heißt es offiziell. Die Ausnahmegenehmigung wurde mit dem Jagdberater, dem Landwirt Einhart im Brahm, abgestimmt.
Bestand halbiert
Von zu vielen Tieren könne keine Rede sein, entgegnet Ruth Küchler von der Interessengemeinschaft zum Schutz für Vogelschutz. Der Bestand habe sich auch durch den strengen Winter in etwa halbiert.
Die offizielle Zählung habe 198 Tiere ergeben. 86 Tiere wurden im vergangenen Jahr erlegt, als auch schon eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. In Duisburg wurde bereits am 1. August eine Ausnahmegenehmigung erteilt, wie Ruth Küchler weiß. Hier sei aber schon, was die Vogelschützer besonders empört, vor diesem Stichtag auf flugunfähige Jungtiere geschossen worden. Das habe der Vorsitzende der dortigen Kreisjägerschaft in einem Fernsehbeitrag bestätigt. Deshalb sei man in Mülheim nicht nur alarmiert, sondern sei in Duisburg auch Strafanzeige wegen Tierquälerei und des Verstoßes gegen die Jagdzeitenverordnung gestellt worden.
Kritik an der Art der Jagd
Die Vogelschützer fürchten nicht nur Fehlabschüsse und eine Störung der anderen Arten bei der Brut, sondern kritisieren auch die Art der Jagd generell. „Aufgrund der großen Streuwirkung des Schrotts würden bis zu 30 Prozent der direkt beschossenen Vögel nicht unmittelbar getötet, sondern verenden erst nach Wochen qualvoll”, sagt Küchler. Untersuchungen des Berliner Institutes für Zoologie und Wildtierforschung (IZW) zufolge trügen rund 70 Prozent aller Gänse Reste von Bleimunition im Körper.
Die Interessengemeinschaft zum Schutz der Kanadagänse informiert bei trockener Witterung am Sonntag von 11 bis 17 Uhr auf der Schleußeninsel.

20:12
Mal ein Kommentar zum Thema Kanadagänse fressen die Äcker leer:
Dies kann man im Internet nachlesen:
Kanadagänse leben vor allem von Landpflanzen hauptsächlich von kurzen Gräsern und Kräutern sowie Stauden und Wurzeln darunter auch Kartoffeln und Rüben. Für die Ernährung wichtig ist das die Gebiete in denen Kanadagänse Nahrung suchen niedrig bewachsen sind um so ihr Sicherheitsbedürfnis zu erfüllen aber auch weil sie sich nur von kurzem Gras und Kräutern ernähren können. Dafür sind natürliche Weidesystemem mit großen Grasern Megaherbivoren ideal.
Im ganzen Beitrag kein Wort von Weizen oder Getreide.
18:45
Wenn Du mit Tieren sprichst,
sprechen sie mit Dir, und ihr
werdet euch erkennen. Wenn Du
nicht
mit ihnen sprichst, wirst Du sie
nicht erkennen, und was Du nicht
kennst, fürchtest Du. Was man
fürchtet, vernichtet man.
Chief Dan George
16:51
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16:50
Super, hier hat sich die Presse mal wieder vor den Karren spannen lassen, sieht so Pressearbeit aus? Ich dachte immer die Presse hätte einen Informationsauftrag, naja, ist hier sehr einseitig ausgelegt (finde ich).
16:38
Kann man nicht endlich mal alle wildlebenden Tiere auf der Welt abknallen, also wirklich ALLE (außer die in den Ställen, die demnächst Karriere bei McDonalds machen), dann hätte diese leidige Diskussion endlich und für immer mal ein Ende.
16:20
@dusted: Dass diese Politik in weiten Kreisen Mülheims unterstützt oder zumindest hingenommen wird, haben doch die kürzlichen Wahlen bewiesen.
Was nun: auch resignieren und in der Ecke der vermeintlich Irren schmollen?
14:11
Zu den Kommentaren diesem kein Geld fuer Schulen
Es ist ein ziemlich durchschaubares Konzept der neuen (alten) Stadtregierenden, ihre Promo- Soldaten so einzusetzen, dass sie die eigentlich angebrachte Kritik an der Verteilung von Geldern innerhalb der Stadtverwaltung so darstellen, als würden nur irrsinnige für mehr Geld an Schulen argumentieren.
Einfacher gesagt: Man postet wie irre, irre Kommentare, und die These wird irgendwann als irre von den Lesern abgetan.
Das ist Mülheimer Kommunalpolitik.
Erinnert schwer an Vorgartenkrieg.
14:09
Nun denn, jeder hat das Recht auf Blödheit...
Zum Thema:
Die Waffen- und Jägerlobby ist doch zum Grossteil auch die leistungstragende Riege, da wird nicht lange gefackelt, die interessiert doch nicht, was das niedere Volk denkt.
Die hätten gern Ballerspiele verboten, die am PC gespielt werden, aber Ballerspiele erlaubt, wo reales Blut fliesst.
13:58
@ stromer1953:
Für so einen Gänsebraten soviel Geld. Und meine Kinder kommen mit zerrissenen Hosen nach Hause weil die Schulbänke und Stühle kaputt sind. Steckt dieses Geld in die Zukunft unserer Kinder und nicht in so einen Gänseverein der sowieso der Stadt nichts gibt
13:22
Mir wurde es mal so erklärt.
eine Person, die gegen Einheitslöhne ist, ist ein Kapitalist.
eine Person, die nicht an die Einheit der Völker glaubt, ist ein Rassist.
eine Person, die nicht an den Weltfrieden glauben will, ist ein kriegstreibender Imperialist.
eine Person, die weiterin Polizist und Polzistin anstelle von Mensch im staatlichen Exekutiveinsatz zum Wohle des Kollektivs schreibt, ist ein Chauvinist.
eine Person, die nicht glaubt, dass Tiere die gleichen Rechte haben wie Menschen, ist ein Speziesist.
eine Person, die den Staat für sich denken lässt, ist ein Kommunist.
eine Person, die denkt, dass es möglich ist, dass der Staat besser denken kann als sie selbst, ist ein Sozialist.
eine Person, die eine eigene Meinung hat, diese vertritt und sich in keinen -ismus reindrücken lässt ist ein Liberalist und somit für die obenstehenden Personen ein Feindbild.