Kaiserplatz am Wochenende wegen Gleisbauarbeiten gesperrt

Vermesser bereiteten am Dienstag die Gleis- und Straßendeckenerneuerung auf dem Kaiserplatz vor.
Vermesser bereiteten am Dienstag die Gleis- und Straßendeckenerneuerung auf dem Kaiserplatz vor.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die MVG erneuert Schienen und eine Weiche. Arbeiter tauschen holperige Pflastersteine gegen glatten Straßenbelag. Die Umleitungen sind ausgeschildert.

Mülheim.. Der nächste große Verkehrsknoten in der Innenstadt wird umgebaut. Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) erneuert auf der Kreuzung Leineweber-/ Kaiserstraße 200 Meter Gleise, eine Weiche, eine Gleiskreuzung sowie Teile der Straßenoberfläche. Statt holperiger Pflastersteine wird eine glatte Asphaltdecke zwischen den Schienen liegen. Die Bauarbeiten beginnen Mittwoch, 22. April, und sollen bis zum 3. Mai dauern. Zeitweilig wird die Kreuzung voll gesperrt.

Für den Gleis- und Weichenwechsel wird die Straßendecke im Bereich der Schienen komplett aufgerissen. Ab Freitagabend, 24. April, bis Montagmorgen, 27. April, werden Fachleute die Kernarbeit auf dem Kaiserplatz leisten: die abgefahrenen Schienen ausbauen, die neuen Gleise einbauen, verschweißen und Probefahrten machen. Darum können von Freitagabend, etwa 19 Uhr, bis Montagmorgen keine Autos und Straßenbahnen über den Kaiserplatz fahren, heißt es in einer Mitteilung der MVG. Auf der Linie 104 zwischen Stadtmitte und Hauptfriedhof fahren in dieser Zeit als Ersatz Busse. Umleitungen werden eingerichtet.

Neue Kosten und neue Fakten

Nach dem vom Rat beschlossenen Nahverkehrsplan wird die jetzt bestehende Haltestelle mit Kehrgleis auf der abschüssigen Kaiserstraße für die Linie 112 in zwei bis drei Jahren nicht mehr gebraucht und soll darum abgebaut werden. Stattdessen ist ein neuer, so genannter barrierefreier Mittelbahnsteig für Straßenbahnen am Ende der Leineweberstraße geplant – dort wo heute die Bahnen der Linie 104 Richtung Hauptfriedhof halten.

Das ist mit der MVG (dem Aufgabenträger für die Personenbeförderung) so abgestimmt. Weil die Straßenbahnen der Linie 112 später bis zum Hauptfriedhof fahren sollen, wird auch die Endstelle zwischen Autospuren und Parkplatz überflüssig, steht im neuen Nahverkehrsplan.

Sanierung der Gleisanlagen unaufschiebbar

Die Sanierung der Gleisanlagen ist nach Angaben der MVG „dringend erforderlich“ – also unaufschiebbar. Würde die MVG bei der aktuellen Gleissanierung am Kaiserplatz die Ziele des Nahverkehrsplans sofort umsetzen, könnte sie mindestens einen sechsstelligen Betrag sparen. Der angekündigte Wechsel einer Weiche und einer Kreuzung lässt das nicht zu, schafft neue Kosten und Fakten.

Klaus-Peter Wandelenus, Geschäftsführer der Mülheimer Verkehrsgesellschaft, war gestern für die WAZ für eine Einordnung dieser Gegensätze nicht erreichbar.