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Junge Forscher aus Mülheim belegen vordere Plätze

26.02.2016 | 17:57 Uhr
Junge Forscher aus Mülheim belegen vordere Plätze
Junge Forscherin: Nele Stumme.Foto: Schule

Mülheim.   Zwei Schüler des Karl-Ziegler-Gymnasiums begeistern beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“. Nele forschte mit Mehlwürmern.

Fressen Mehlwürmer Styropor? Diese Frage beschäftigte Nele Stumme von der Karl-Ziegler-Schule über Wochen. Auf WDR 5 hatte sie von der Studie eines Forscherteams der Stanford University (USA) gehört, die um das kurios anmutende Thema kreiste. „Ich wollte überprüfen, ob sich Mehlwürmer tatsächlich allein von Styropor ernähren können“, berichtet die 13-Jährige. In einem zweiten Schritt sollte dann geklärt werden, ob die Tierchen – sollten sie wirklich Styropor verspeisen – nicht auch zu dessen Entsorgung genutzt werden könnten?

Mit ihrem Forschungsprojekt meldete sich die Schülerin aus der 8 b beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ an. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie am Regionalwettbewerb teilgenommen und mit dem Thema „Efeu als Alternative zum Waschmittel“ richtig gut abgeschnitten. Diesmal landete Nele im Fachbereich Biologie sogar auf Platz 1, sie darf daher im April beim Landeswettbewerb in Essen ihre naturwissenschaftliche Studie noch einmal vorstellen.

Mehlwürmer waren einige Monate lang die Mitbewohner von Familie Stumme. Tochter Nele hatte im Flur fünf durchsichtige Behälter aufgestellt, in denen Mehlkäferlarven heranwachsen sollten. In ein Gefäß gab sie ein Stück Styropor, in ein anderes einen Coffee-to-go-Becher, in Glas Nr. 3 kamen Styroporkügelchen, in das vierte Kaffeebecher-Fetzen. Als Gegenprobe diente der fünfte Behälter, in den Haferflocken gefüllt wurden. „Weil Mehlwürmer eben gerne Mehlprodukte fressen“, so die Schülerin. Jeden Tag bekam jede Larvengemeinschaft ein wenig Wasser.

Wochenlage Beobachtungen

Wochenlang beobachtete das neugierige Mädchen, was sich in den Versuchsgefäßen tat. Das überraschende Ergebnis: In allen fünf Bechern fraßen die Würmer das Material, was zugegeben worden war, langsam auf – und sie entwickelten sich fast gleichzeitig von Larven zu Puppen und schließlich zu Käfern. „Es sah sogar so aus, als ob sie das zerkleinerte Styropor bevorzugten“, so Nele.

Allerdings war die Menge, die die Testtierchen vertilgten, ziemlich klein. Sie fraßen am Tag 0,00015 Gramm Styropor oder 0,00038 Gramm Kaffee-Becher. Was hochgerechnet folgende Aussage ergab: Um 20 Kilo Styropor (etwa 1 m³) am Tag zu vernichten, bräuchte man 58 Millionen Larven. Das Fazit der jungen Forscherin lautet: „Für die Entsorgung von Styropor bräuchte man eine riesige Menge Mehlwürmer, das Entsorgen würde sich also nicht lohnen.“

Gymnasiast baute kleines Haus

Irgendwann Anwendung finden könnte dagegen das, was Luis Sebastian Droste bei „Schüler experimentieren“ vorführte, im Fachbereich Technik erreichte er Platz 2. Der 14-Jährige ging von der Beobachtung aus, dass Fußbodenheizungen die gewünschte Temperatur oft nicht erreichen und träge auf Änderungen der Außentemperatur reagieren. Das sei weder komfortabel noch energieeffizient.

Um die Beobachtungen zu verifizieren und Verbesserungen zu finden, baute der Gymnasiast aus Spanplatten ein kleines Haus und isolierte es mit Styrodur. Ein Heizstab fürs Aquarium diente ihm als Fußbodenheizung. Ein Kühlschrank simulierte die sich verändernde Außentemperatur.

„In meiner Untersuchung wollte ich ein Modell entwickeln, mit dessen Hilfe Schwankungen der Innentemperatur vorhergesagt und in der Regelung berücksichtig werden können“, sagt der Schüler aus der 9 b. Luis führte Messungen der thermischen Trägheit des Systems oder des Verhaltens der Wohnraumtemperatur bei sich stark verändernder Außentemperatur durch. Durch einen weiteren Versuch kam er darauf, wann und wie man die Heizung ein- und ausschalten muss, damit der Raum nicht zu lange ungewollt aufgeheizt oder runterkühlt wird.

Wie ein Heizungsregler so gestaltet werden kann, dass er aktuelle meteorologische Daten und thermische Gegebenheiten berücksichtigt und die Heizung effizient steuert, ist eine Frage, der der junge Techniker, der eventuell mal „Elektroingenieur“ werden will, beim nächsten Wettbewerb 2017 nachgehen will.

Andrea Müller

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2016-02-26 17:57
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