Jeder kann das Unfallrisiko senken

Dittmar Hoga hat sein Büro im alten Mülheimer Polizeipräsidium an der Von-Bock-Straße. Er wohnt aber in Velbert, also legt der Leiter der Verkehrsdirektion jeden Tag zwischen Heim und Arbeitsplatz eine ordentliche Strecke mit dem Auto zurück. Und dabei macht er seine Beobachtungen. Zum Beispiel jetzt in den dunklen Monaten. Wenn er sich frühmorgens auf den Weg begibt, startet auch stets ein anderer Mann in den Tag. Allerdings zu Fuß. Und im Winter hat dieser stets eine LED-Lampe dabei. Schon von Weitem kann man ihn erkennen. „Für mich ist er ein Vorbild. Fußgänger sind nun einmal die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Es ist gut, wenn sie so oder durch ihre Kleidung auf sich aufmerksam machen.Das geht durch Aufnäher und Clips. Oder eben durch so eine Lampe. Wenn ich zu Fuß unterwegs wäre, würde ich es genauso machen.“ Für Dittmar Hoga ist das die wichtigste Botschaft, unabhängig von den Zahlen der Unfallstatistik: „Sich an die Verkehrsregeln zu halten, ist selbstverständlich. Aber man kann auch darüber hinaus noch etwas tun, um sich besser zu schützen.“

Runter vom Gas

Freilich die Zahlen bestätigen dies: Die meisten Unfälle geschehen beim Abbiegen oder Wenden. Sehr schnell kann dabei auch ein Fußgänger übersehen werden. Der andere Punkt, der dem Polizeidirektor wichtig ist: Geschwindigkeit. Seiner Meinung nach sollte sich bei Autofahrern die Einsicht durchsetzen, dass es klug sei, sich für das niedrigste Tempo zu entscheiden, das jeweils möglich sei. Und gewisse Erfolge sind auch auf diesem Gebiet festzustellen: Um rund 50 Prozent sind 2014 die Unfälle zurückgegangen, die durch zu hohe Geschwindigkeit verursacht worden sind. Ist das ein Ergebnis des Blitz-Marathons? „Wir glauben das schon. Aber genau nachweisen kann man das nicht“ sagt der Polizeidirektor.

Wie überhaupt so ein Erfolg nur ein relativer sein könne. Denn unverändert sei es so, dass die Unfälle aus dieser Kategorie diejenigen seien, bei denen die schwersten Verletzungen zu verzeichnen sind. Natürlich sei es gut, wenn die Zahl der Unfälle abnehme. Aber hinter jedem Fall verberge sich immer ein Einzelschicksal. Und: Jeder Unfall ist letztlich einer zu viel. Für Hoga ist klar: „Es gibt noch viel zu tun.“