Jäger wollen Kanadagänse in Mülheim schießen
18.10.2012 | 06:08 Uhr 2012-10-18T06:08:00+0200
Mülheim. Die Mülheimer Jäger möchten die Häfte der Kanadagänse in Mülheim schießen. Die Jäger argumentieren, dass die Gänse den Bauern erheblichen Schaden zufügen. Umweltschützer halten dagegen: Die Tiere störten niemanden und es handle sich nicht um eine wachsende Population, sondern nur um Zuflüge.
Über kanadische Wildgänse lässt sich vortrefflich streiten. Die einen wollen sie, die anderen können sich an den Tieren nicht so recht erfreuen. Die Befürworter sagen: Die Gänse stören niemanden. Die andere Seite hält dagegen: Die Gänse sorgen für Schmutz und fressen die Saat von den Feldern. Deshalb sagt diese Gruppe: Wenn es ein paar Gänse weniger gäbe, wäre das nicht dramatisch.
Dazu gehört die Mülheimer Kreisjägerschaft. Sie wünscht sich eine Reduzierung der Population um die Hälfte. „Die Bauern haben durch die Wildgänse einen erheblichen Schaden und die Tiere verschmutzen die Wiese zwischen Stadthalle und Ruhr“, sagt Frank Lenz, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Als Mittel zur Populations-Verkleinerung kann natürlich die Jagd dienen.
Keine angewachsene Population,sondern kurzfristige Zuflüge
Kanadagänse dürfen in Nordrhein-Westfalen vom 16. Juli bis zum 31. Januar geschossen werden. Doch auf die Jäger kommen dabei einige Probleme zu: Es ist schwierig überhaupt an die Tiere heranzukommen, da sie sich oft in der Nähe von belebten Gebieten aufhalten. Wie zum Beispiel in den Ruhrauen , wo sich Jogger und Spaziergänger schon früh morgens aufhalten. Deshalb sagt Lenz: „Wenn man die Reduzierung will, dann muss man auch Rücksicht auf die Jäger nehmen und ihnen die Möglichkeiten zum Schießen geben.“
Die Zahlen mit denen die Kreisjägerschaft argumentiert sind allerdings durchaus diskussionswürdig. Etwa 350 bis 400 Wildgänse leben im Frühjahr in Mülheim und gelten als feste Population. Darüber sind sich Jäger, Umweltschützer und die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) , die im letzten Jahr wissenschaftliche Zählungen durchgeführt hat, einig. „Bis zum Jahresende leben aber etwa 1000 Gänse in Mülheim“, sagt Peter Lenz.
"Kurzfristige Zuflüge aus der Umgebung"
Aus der Luft gegriffen ist auch diese Zahl nicht, die biologische Station hat im November 2011 über 900 Tiere in Mülheim gezählt. Nur handelt es sich dabei nicht um eine angewachsene Population, sondern um kurzfristige Zuflüge aus der Umgebung. „Wenn beispielsweise in Duisburg gejagt wird, fliegen die Gänse von dort nach Mülheim“, sagt Tobias Rautenberg von der BSWR.
Der Bruterfolg der Mülheimer Gänse ist dagegen extrem gering. Gerade mal 50-60 Jungvögel schlüpfen überhaupt – ein hoher Anteil stirbt sehr schnell wieder.
Umweltschützer sind gegen Reduzierung
Das heißt: die Population wird - auf das Jahr gesehen - nicht größer. Woran das liegt, weiß im Grunde niemand so genau. Rautenberg vermutet, dass die Ruhrauen wohl kein ideales Brutgebiet für die Tiere sind.
Umweltschützer sind strikt gegen eine Reduzierung. Ruth Küchler von der Interessengemeinschaft zum Schutz der Kanadagänse wettert: „Das ist jedes Jahr das gleiche Gerede der Jäger. Fest steht: Die Tiere stören hier keinen.“ Vor der Stadthalle würden sie die Gänse ohnehin nur wenige Wochen im Mai und Juni aufhalten. Dass die Bauern sich ärgern, wenn ihnen die Saat aufgefressen wird, kann Küchler verstehen. Sie sagt aber: „Die Kanadagänse verhalten sich wie normale Wildtiere.“
21:26
oh nein oh nein,
die tiere nutzen grünflächen, das sind zu viele, die müssen weg...
warum bebauen wir unsere grün und waldfächen nicht viel stärker und trocknen die ruhr aus, dann sind endlich ma die störenfriede ruhig
17:25
Ich frage mich, ob einer der "Gänsefreunde" mal im Frühjahr, Sommer oder auch zurzeit am Ruhrufer unterhalb der Stadthalle auf der Wiese oder auf den Schiffsanlegerstufen war. Im Sommer war die Wiese nahezu abgefressen, stattdessen alles voller Kot. Dito die Anlegerstufen. Betreten nur mit Gummistiefeln. Selbst die Gehwege waren voll. Die einzigen natürlichen Feide dieser Tiere sind die Hunde in der MüGa.
Die Dame, die behauptet, die Gänse seien nur von März bis Mai dort: Werfen Sie doch bitte mal einen Blick ans Ufer! Ich sehe gerade ca. 40 Gänse. Und es ist weder März, noch April, noch Mai.
Hinzu kommen die Alarmschreie der Gänsebande, wenn ein Hund kommt, wenn wieder mal Brot ins Wasser geworfen wurde (Menschen füttern dort regelmäßig) oder sich andere Tiere nähern. Ich wohne gegenüber, sehe und höre das Schauspiel Tag für Tag. Schön ist anders.
Wenn die Tiere so toll sind, nehmt die Tiere doch mit in eure Gärten, liebe Gänsefreunde. Und vergesst die Gummistiefel und Oropax nicht!
16:03
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20:34
Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Amokläufer - und das nicht nur in Deutschland - Jäger oder Mitglieder in Schützenvereinen sind? Da darf man sich schon fragen, was in den Köpfen dieser Herrschaften so alles vorgeht. Spannend wäre nun, zu wissen, ob das Schießen von Tieren wirkungsvoll Triebstau abbaut - oder denselben erst so richtig anheizt.
Aber zumindest üben tun die Jäger an der Ruhr ja schon mal, denn Berichte, dass frühmorgendlichen Fußgängern mehrfach die Kugeln um die Ohren pfiffen, gab es ja genug.
Bekannt ist auch, dass jedes Jahr in Deutschland rund ein Dutzend Menschen durch Fehlschüsse von Jägern in die ewigen Jagdgründe geschickt werden. Was wird wohl gesagt, wenn das in MH geschieht? Der Spaziergänger habe den Uferweg verschmutzt und sich außerdem einer Gans täuschend ähnlich verhalten? Ich bin gespannt...
21:33
Schade, ich kann nur empfehlen, sich an einem sonnigen Tag einmal in die Ruhrauen zu legen und in den Himmel zu schauen. Wenn dann die Gaense ueber einen hinweg fliegen, ist das schon klasse. Bedenklicher finde ich dann eher unseren Umgang mit der Natur und die dadurch verursachten Schaeden. Langfristig erobern sich Wildtiere die Stadtgebiete zurueck: Fuechse in Speldorf, Kanadagaense, Rehe in Vorgaerten...
10:18
@alter-schwede
Ich muss nicht vegan leben um mein Schnitzel geniessen zu können. Es soll sogar Bauernhöfe geben in denen die Tiere ein schönes Leben hatten und dann ohne Stressfaktoren geschlachtet werden.
In diesem Artikel geht es aber um die Lust am töten der Jäger. Was verursachen die Gänse denn? Dreck an der Stadthalle - ja aber nur in wenigen Monaten. Wie wäre es dann mal öfter zu reinigen. Die Verschmutzen die Felder - na dann aber schnell die flinte geladen und drauflos geballert.
Interessiert die Jäger eigentlich auch die Beobachtungen und Forschungsergebnisse der Tierbeobachter? Wie gesagt ich finde dieses Argument, das Jäger für eine ausgeglichene Natur sorgen für lächerlich.
21:51
@#9:
Ich streite ja nicht ab, dass Jäger AUCH für den Rückgang der natürlichen Feinde verantwortlich sind. Aber sie sind nicht dafür verantwortlich, dass z.B. Wolf und Luchs etc. hier keinen Lebensraum mehr finden, oder ??
Und noch was: Ich hoffe mal stark, dass alle, die hier vom Stapel lassen streng vegan leben, ansonsten finde ich es ziemlich anmaßend, den Jägern abschlachten vorzuwerfen, während eure Schnitzel 1000mal mehr gelitten haben, als jedes Tier, das ein Jäger erlegt !!!
20:17
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17:46
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16:48
Schön wäre, man sich erstmal um die Plage kümmern würde, die mittlerweile wirklich eine ist: Tauben! Davon gibt es nämlich definitiv zu viele.