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Investor will hoch hinaus

13.10.2009 | 20:30 Uhr

Auf einem 4000 Quadratmeter großen Gelände an der Ruhrorter Straße entsteht eine Kletterhalle.

Wer in der Natur klettern möchte, muss weit fahren, bis er schroffe Felsen oder Gebirge erreicht. Kletterenthusiasten müssen deshalb für ihr Training auf Kletterhallen ausweichen. Im Landschaftspark Duisburg Nord gibt es beispielsweise eine solche Halle und in einem Jahr wird man auch in Mülheim klettern können. In Speldorf, zwischen der Ruhrorter Straße und der Rennbahn, wird zur Zeit intensiv gebaut. Zahlreiche 19 Meter hohe Betonpfeiler ragen in den Himmel. Es sind die Stützen des künftigen Gebäudes. Investor ist die Neoliet GmbH, die Anfang 2005 von dem niederländischen Klettermeister Erik Jakobs, der in Holland seit 17 Jahren Kletterhallen betreibt, sowie den beiden begeisterten Kletterern Guido und Anke Krautkrämer gegründet wurde.

Vor vier Jahren öffnete die Gesellschaft in Bochum eine erste Halle in einem ehemaligen Gebäude der Zeche Constantin. Jetzt soll ein zweites Standbein im westlichen Ruhrgebiet folgen. Die Halle an der Speldorfer Straße wird in den groben Zügen dem Bochumer Vorbild folgen, doch noch sind nicht alle Eckdaten komplett festgezurrt. Die Kletterfläche wird mit 2700 Quadratmetern zu den größten in Deutschland zählen. Über 500 Quadratmeter werden sich davon im Freien befinden. Stattliche 19 Meter hoch wird die höchste Wand ausfallen. Doch die Höhe sei gar nicht so ausschlaggebend, findet Krautkrämer, wichtiger sei, dass die Anlage technisch anspruchsvoll sei und sämtliche Schwierigkeitsgrade beinhalte.

Rund 350 Routen können in Bochum geklettert werden. Die Kletterer hangeln sich an Plastikgriffen, die an der Wand festgeschraubt sind, empor.Sie haben unterschiedliche Farben und Formen. Durch die Anbringung unterschiedlicher Formen lässt sich der Schwierigkeitsgrad variieren. Gesichert werden die Kletterer entweder durch Seile, die an der Decke fixiert und von einem Partner am Boden gehalten werden (Toprope), oder klassich wie in den Bergen durch Vorstieg, bei dem der Bergsteiger sein Seil selbst trägt und sich mit Haken und Karabinern sichert.

Der 35-jährige Krautkrämer, der bis zum ersten Staatsexamen Sport studierte, hat sich sein Studium als Kletterlehrer finanziert und zunächst versucht, sich seinen Traum einer eigenen Kletterhalle als Existenzgründer zu finanzieren. Das Ruhrgebeit sei damlas für den Klettersport noch nahezu ein weißer Fleck gewesen. Derzeit gibt es in NRW laut www.kletterhallen.net 34 Hallen. Bundesweit sind es über 200. Klettern erfreut sichzunehmender Beliebtheit. Krautkrämer sieht darin keinen kurzfristiges Trend, der in einigen Jahren schon einem anderen weicht, sondern eine beständige Entwicklung.

Durchschnittlich habe er in der Bochumer Halle täglich zwischen 100 und 150 Kunden, an Spitzentagen noch deutlich mehr. Ihnen stehe ein 40-köpfiges Team gegenüber mit Angeboten für alle Alters- und Leistungsklassen. Diese Resonanz verspricht sich der gebürtige Essener auch von seinem neuen Standort. Ideal findet er die naturnahe Lage direkt am Landschaftschutzgebiet. Über den nahen Autobahnanschluss sei die Halle dabei dennoch gut erreichbar.

Das Projekt begeistert auch die Wirtschaftsförderung (M&B) und das nicht nur, weil man ein interessantes Freizeitangebot gewonnen hat. Ein altes Problem rückt damit seiner Lösung einen weiteren Schritt näher: In diesem Bereich sollte sich vor knapp 20 Jahren der Duisburger Waagen-Hersteller Espera ansiedeln. Ein Bebauungsplan wurde maßgeschneidert, dann sprang der Unternehmer aus konjunkturellen Gründen doch ab, erinnert sich Heiner Mink von M&B. Die 30 000 Quadratmeter konnten im Laufe der Jahre mit dem Autohaus Philipp, Hofer und anderen gefüllt werden. Es blieben 12 000 Quadratmeter in der unattraktiven zweiten Reihe. Mink sieht gute Chancen, für die noch offenen 8000 Quadratmeter eine Lösung zu finden.

Steffen Tost

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