Initiative lehnt Flughafen-Pläne ab

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Das Netzwerk Bürger gegen Fluglärm appelliert an die Mülheimer Politik, den Widerstand gegen eine Kapazitätserweiterung am Düsseldorfer Flughafen zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Stadt Mülheim im Schulterschluss mit anderen angrenzenden Kommunen und den Bürgerinitiativen „alle politischen und rechtlichen Maßnahmen ergreifen“, um eine Kapazitätserweiterung zu verhindern. „Bereits jetzt sind die Lärmbelastungen und die Beeinträchtigungen der Nachtruhe erheblich“, sagt der Sprecher des Netzwerkes, Waldemar Nowack.

Sollte der Düsseldorfer Flughafen in Zukunft bis zu 60 Starts und Landungen statt bisher 45 in der Stunde möglich machen, wäre vor allem der Mülheimer Süden, so Nowack, massiv betroffen, insbesondere Mintard und Saarn. Im Schnitt finden derzeit über Mintard bis zu 4000 Flugbewegungen im Monat statt. Fast ein Drittel des gesamten Düsseldorfer Flugverkehrs erfolgt nach Angaben des Netzwerks über den Mülheimer Süden. „Die Stadt hat hier auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern“, betont Nowack.

Die Städte Essen, Meerbusch, Ratingen und Kaarst haben bereits per Ratsbeschluss den Antrag des Flughafens abgelehnt und sich für einen gemeinsamen Widerstand ausgesprochen. Es wird damit gerechnet, dass der Flughafen den Antrag auf eine Betriebsausweitung in diesem Frühjahr beim Landesverkehrsminister einreicht.

Flughafen-Geschäftsführer Thomas Schnalke hat gegenüber der Stadt erklärt, dass die ursprünglichen Pläne überarbeitet wurden und „zentrale Bedenken der Menschen entkräftet werden konnten“. Als eines der wichtigsten Anliegen nennt der Flughafenchef die Weiterentwicklung eines nachfrageorientierten Flugangebotes – und die Reduzierung der Verspätungen bis in die Nacht hinein.

Gerade eine Zunahme an Verspätungen weit nach 22 Uhr befürchtet das Netzwerk. „Die Erhöhung der planbaren Flugbewegungen führt insbesondere in den Tagesrandzeiten zu einer unzumutbaren Mehrbelastung der Bevölkerung“, warnt Nowack. Die Auswertung der Flugbewegungen am Flughafen ergab, dass die Anzahl der Tage mit Verspätungen über 23 Uhr hinaus zwar zurückgeht, diese aber immerhin noch an 257 Tagen im Jahr erfolgen.

Was dem Fluglärmgegner ebenfalls Sorgen bereitet, sind die Flughöhen. „Wir müssen leider feststellen, dass einige Fluggesellschaften diese ohne Rücksprache mit der Lärmschutzkommission verringert haben.“ Geringere Höhe beim Abflug, so Nowack, bedeuteten weniger Kosten, aber mehr Lärm.