In Mülheimer Bauernläden steht das Gemüse am Weg sortiert

Mit frischen Blumen sowie Gemüse, Kartoffeln und Streu sind die Bauernläden von Gerd Pieper bestückt. Der offene Stand am Dümpelweg
Mit frischen Blumen sowie Gemüse, Kartoffeln und Streu sind die Bauernläden von Gerd Pieper bestückt. Der offene Stand am Dümpelweg
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In drei offenen Bauernläden ist Selbstbedienung erwünscht und die korrekte Bezahlung Vertrauenssache. Viele schätzen die frischen Waren.

Mülheim.. Der Mann mit dem dunklen Kombi weiß, was er will. Er zückt seine Geldbörse, steckt einen Fünfer in den Zahlkasten, greif zwei Tüten mit Kartoffeln und fährt ab. Diese und ähnliche Szenen waren gestern am frühen Nachmittag mehrfach auf der Rembergstraße zu beobachten. Gegenüber der Schule steht ein kleiner, offener Bauernladen. „Verkauf direkt ab Feld“, „Bitte bedienen Sie sich selbst“, preist Gerd Pieper dort auf laminierten Schildern seine Produkte den Kunden. Die greifen täglich gern zu.

„Das hier ist frisch und es schmeckt prima“, erklärt Familie Kleine-Klopries. Möhren und Gurken nimmt das Ehepaar unter dem Holzdach aus dem Regal. Die Münzen klappern passend in die Zahlbox. „Wir sind bald wieder hier. Nach knapp zwei Minuten ist alles erledigt, ab ins Auto und weg.

„Alle Kunden zahlen korrekt“

Gleichzeitig ist Helga Endenich angekommen. In ihrem weißen Lieferwagen bringt sie Schachteln voller Eier mit. Blumen, abgepackte Möhren, Tomaten oder Papiertüten mit Kartoffeln legt sie nach. „Gut dass sie da sind, heute Mittag waren schon keine Gurken mehr da“, ruft eine Frau ihr entgegen. Flott eilt sie an den Stand, nimmt drei, lässt die Münzen klappern und ab geht es in die Küche. „Im Lauf der Zeit habe ich viele Leute kennengelernt“, sagt Endenich. „Wir haben bereits viele Stammkunden, auch aus Borbeck, die sich an unseren Läden versorgen.“

Für Gerd Pieper, den Landwirt aus Raadt, macht sie die Touren, und füllt die Bestände regelmäßig auf. Drei Standorte steuert sie an: Dümpelweg, Rembergstraße und Roßkothenweg. Wie die offenen Läden zu finden sind? An der Zeppelinstraße stehen Kistchen mit Blumen oder Äpfeln, manche sind auf Strohballen postiert. Dazu gehören gelbe Pfeile am Straßenrad, die den Weg weisen. Die meisten kennen aber schon den Weg. Einige besuchen auch zwei Stände: „Wenn an der Rembergstraße schon viel weg ist, fahre ich zum Dümpelweg“, sagt eine Frau. „Wir kommen vom Liebfrauenhof. Da nehmen wir noch eine Tüte Kartoffeln mit. Die liegen ja am Weg“, freut sich ein Rentnerpaar.

„Alle Kunden zahlen korrekt“

„Alle Kunden zahlen korrekt“, wissen die Mitarbeiter des Bauern auf dem Feld am Laden. Aber etwas Schwund sei immer, „weil wenige meinen, sie könnten die Gemüse so einstecken“. Das Gegenseitige Vertrauen überwiege jedoch. Folglich legt eine Frau einen Packen Eierkartons ins Regal und holt aus dem Kühlschrank ein volles Paket – die Münzen klimpern im Kasten. Auch Sigrid Pillen holt sich zehn Eier aus der Kühlung. „Wir sind auf dem Weg in unseren Kleingarten. „Demnächst nehme sie noch Tomatenpflanzen mit“, freut sie sich über das Angebot.

Gut, dass Helga Endenich noch einige Schachteln mit den Hühnerprodukten nachlegen kann. „Die Leute versorgen sich schon mit frischen Sachen fürs Wochenende.“