In Mülheim gibt es herrenloses Obst zum Selberpflücken

Herrenlose Kirschen hängen beispielsweise an einem Baum hinter der Bushaltestelle am Rhein-Ruhr-Zentrum.
Herrenlose Kirschen hängen beispielsweise an einem Baum hinter der Bushaltestelle am Rhein-Ruhr-Zentrum.
Foto: NRZ
An vielen Orten in Mülheim gibt es herrenloses Obst zum Selberpflücken. Auf der Homepage www.mundraub.org werden die Stellen angezeigt.

Mülheim.. Tagtäglich werden in ganz Deutschland Beeren, Nüsse, Äpfel, Kräuter und viele weitere Obst, sowie Früchte-Sorten im Supermarkt gekauft. Dabei gibt es einen Teil dieser Leckereien möglicherweise direkt um die Ecke im Park kostenlos zu pflücken. Auf der Internetseite mundraub.org kann jeder bequem per Google Maps Karte nach Apfelbäumen oder Sträuchern mit Beeren in der Nähe suchen.

Alle auf dieser Karte verzeichneten Orte stehen auf öffentlichem Grund und Boden. Für das Mülheimer Stadtgebiet gibt es aktuell 35 Einträge. Die dort zu findenden Früchte sind für jedermann zugänglich. Eine detaillierte Beschreibung des Standortes steht bei jedem Eintrag dabei.

An 16.250 Orten weltweit pflücken

Die Idee zu dem Projekt kam den Machern per Zufall. 2009 fielen Kai Gildhorn und Katharina Frosch bei einer Paddeltour in Sachsen-Anhalt eine Reihe von Bäumen und Sträuchern am Ufer auf, unter denen eine große Anzahl von unbeachtetem Obst lag. Eine Woche nach dieser Entdeckung stand die Idee der Mundraub-Homepage schon in den Startlöchern, die Website war fertig und die beiden Gründer trugen die ersten Standorte in die Karte ein.

Dabei ist nicht nur das Pflücken, sondern auch Engagement zur Neuanpflanzung von Früchten und das Kennenlernen unter Naturfreunden das Ziel der Organisatoren. Über 16 250 Einträge sind heute auf der Karte zu finden, die weltweit abgelegenste Markierung ist ein Garten mit Kräutern und Gemüse im australischen Melbourne.

Angebotsvielfalt in Mülheim

Von den 35 Einträgen in Mülheim ist in jedem Stadtteil etwas zu finden. Dabei ist die Vielfalt der Früchte groß. Brombeeren am Parkplatz An Den Sportstätten, ein Kirschbaum hinter der Bushaltestelle am Rhein-Ruhr-Zentrum und ein Pflaumenbaum auf dem Spielplatz an der Alexander-Wiedenhoff-Straße in Saarn sind nur einige Beispiele.

Wer sich an den Früchten bedienen möchte, sollte jedoch ein paar Regeln beachten. Der Mundraub ist mit Respekt und Vorsicht hinsichtlich der Bäume und Sträucher zu vollziehen. Einige Früchte für die Tierwelt am Baum zulassen, gehört ebenfalls zum guten Umgang. Die Entdeckung eines neuen Standortes sollte mit der Gemeinschaft geteilt werden.

Um einen Eintrag auf der Internetseite zu hinterlassen, sollte sich vergewissert werden, dass der gefundene Ort wirklich auf öffentlichem Grund steht. Notfalls ist es empfehlenswert, bei der jeweiligen Behörde in der Stadt nachzufragen. Wer einen Beitrag auf der Website schreiben möchte, muss zuvor ein Profil anlegen.