In Menden droht der nächste Baukonflikt

Weide zwischen Mendener Straße und Bergerstraße: An dieser Stelle wurde vor Jahren ein Bauvorhaben gestoppt.
Weide zwischen Mendener Straße und Bergerstraße: An dieser Stelle wurde vor Jahren ein Bauvorhaben gestoppt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Bauherr will an der Ruhr Wohnungen errichten. Die Stadt sieht rechtliche Voraussetzungen erfüllt.

Mülheim.. An der Mendener Straße droht drei Jahre nach den massiven Bürgerprotesten gegen eine Bebauung in der Grünzone am Rande der Ruhr erneut Ärger: Absicht eines Bauherren ist es, hinter den Häusern mit den Nummern 100 und 102 die an der Ruhr gelegene Wiese zu bebauen. Bei den Anwohner, aber auch in der Politik stößt dies bereits auf Widerstand.

„Eine Nachfrage beim Bund für Umwelt und Naturschutz“, erklärt die Vorsitzende des Umweltausschusses, Brigitte Erd, „zeigte, dass es sich um eine intakte Grünfläche mit Amphibienbestand handelt.“ Was die Grünen geradezu empört ist, dass das Bauordnungsamt bereits eine Bauvoranfrage für ein dreigeschossiges Gebäude mit Tiefgarage genehmigt haben soll. Die Grünen verweisen dazu auf den Regionalen Flächennutzungsplan, der das Gelände als Grünfläche festlegt. Die Bauvoranfrage bestätigt der Leiter des städtischen Planungsamtes, Jürgen Liebich. „Wir haben das Vorhaben lange und ausführlich in der Verwaltung diskutiert.“ Einen Bauantrag gebe es bisher nicht . Einen positiven Vorbescheid zur geäußerten Planungsabsicht hat die Stadt erteilt. „Wenn die öffentlich-rechtlichen Vorschriften erfüllt werden, können wir dem Vorhaben nicht widersprechen“, so Liebich.

Anwohner und Grüne zeigen sich "kampfeslustig"

Bei dem Grundstück handelt es sich um die „letzte Nische“ in dem Gebiet, wo eine Bebauung noch möglich sei, sagt der Planungsamtsleiter. Weitere Bauvorhaben seien dort nicht möglich. Einen Bebauungsplan gibt es für das Areal dort nicht, so dass für den Bau der Paragraf 34 gilt, der vorschreibt, dass sich der Neubau der umgebenden Bebauung anzupassen habe. Der Flächennutzungsplan habe dabei keinen Einfluss.

Die Grünen betonen, dass die Politik in der Angelegenheit hätte befragt werden müssen: „Dieser Vorgang“, so Kreisvorstandssprecher Peter Loef, „ist keineswegs ein Geschäft der laufenden Verwaltung.“ Er will das Bauvorhaben bis zur Bezirksregierung bringen. Die Grünen erinnern an den verabschiedeten Ratsbeschluss, keine weiteren Flächenversiegelungen vorzunehmen. „Anwohner und Grüne sind im Sinne der Sache kampfeslustig“, heißt es. Ein erstes Treffen mit Anwohnern gab es bereits.