In der CDU rumort es

Kommunalpolitische Erfahrung bringt er mit, als Karnevalist könnte Werner Oesterwind zudem über die nötige Prise Humor verfügen, um im politischen Zehnkampf zu überstehen, und als Vorsitzender der DLRG bringt er vielleicht auch einen Rettungsinstinkt mit, den eine Stadt mit 1,5 Milliarden Schulden braucht. In der ersten Reihe der CDU spielte er bislang allerdings nicht, und er gehört auch nicht zu den Wortführern politischer Gefechte, was kein Nachteil sein muss. Ob seine Kandidatur ein großer Wurf wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

So viel ist jedoch jetzt schon zu erkennen, die große Geschlossenheit mag es bei der CDU in Partei- und Fraktionsspitze geben, in der Etage tiefer rumort es.

In der Fraktion zeigt sich das nicht erst seit gestern. Selbst bei wichtigen Haushaltsentscheidungen schaffte es der Fraktionschef zuletzt nicht mehr, die Mannschaft hinter sich zu versammeln. In Sachen Sparkurs ÖPNV steht der nächste Konflikt ins Haus. Und wie die Union wochenlang mit dem Stadtdirektor als möglichem Kandidaten umgegangen ist, war menschlich wie politisch alles andere als glanzvoll. So bedarf es nicht einmal eines politischen Kontrahenten, um Top-Leute bereits im Vorfeld kalt zu stellen. Die CDU ist in der Zwickmühle. Wenn sie ein klärendes Gewitter braucht, dann jetzt. Wahlkämpfe unter schlechter Stimmung verbessern nicht die Chancen.