Impulse Theater-Festival spielt exklusiv in Mülheim

Die Theatermacher von „andcompany&Co.“ waren 2009 zu den Impulsen im Ringlokschuppen eingeladen.
Die Theatermacher von „andcompany&Co.“ waren 2009 zu den Impulsen im Ringlokschuppen eingeladen.
Foto: Fremdbild
Was wir bereits wissen
Mit neuem Format startet im Juni das Impulse-Festival und konzentriert sich in diesem Jahr auf einen Spielort: den Ringlokschuppen in Mülheim.

Mülheim.. Das Impulse-Festival startet im neuen Format erstmals im Mülheimer Ringlokschuppen vom 11. bis 20. Juni. Die wesentliche Neuerung der bisherigen Theater Biennale ist die künftig jährliche Ausrichtung und die Konzentration auf einen Spielort. Der programmatische Kern bleibt: Zu sehen sind wieder die wichtigsten freien Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum.

„Die Idee war, dass wir das Festival jährlich und alternierend stattfinden lassen und die Veranstaltergemeinschaft bestehen bleibt“, erläutert Matthias Frense, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Ringlokschuppens. Die drei Festivalorte der beteiligten Städte Düsseldorf, Köln und Mülheim wechseln sich ab. In den vergangenen Jahren, als die Inszenierungen verstreut über die Städte waren, zeichneten sich Zerfaserungstendenzen ab. „Zum ersten Mal kann man das Festival nun konzentriert in Mülheim erleben“, freut sich Frense. Und dass nun Mülheim erster exklusiver Spielort ist, ist auch ein positives Signal für den Ringlokschuppen, wenngleich sich die strukturellen Veränderungen bereits im Sommer abzeichneten, als vom finanziellen Debakel des Mülheimer Kulturhauses noch nicht die Rede war. Doch wenn der Ringlokschuppen insolvent gegangen wäre, gibt Frense zu bedenken, „dann wären auch die Impulse bedroht gewesen“. Mit nur noch zwei Spielorten Köln und Düsseldorf wäre die Luft zum Überleben dünn geworden.

Zehn Inszenierungen

Zumal die Stadt Bochum aus finanziellen Gründen bereits aus der Veranstaltergemeinschaft ausgeschert ist. Weil Fördermittel wegbrachen, waren die Impulse in der Vergangenheit immer wieder gefährdet. Nun starten sie mit neuen Strukturen, wohl aber nicht mit abgespecktem Programm. „Es ist vergleichbar mit dem letzten Jahr“, sagt Frense, „vielleicht sogar etwas umfänglicher“. Richtwert: zehn Inszenierungen. Rund 330 Einsendungen freier Theatermacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden derzeit vom Team um den künstlerischen Leiter Florian Malzacher gesichtet. Das Programm steht Ende April.

Über die Theaterproduktionen hinaus werden drei nicht deutschsprachige Künstler in den drei Städten Projekte entwickeln. In Mülheim ist es der kurdische Künstler Ahmet Öğüt, der in der Dezentrale eine „Silent University“ einrichten will. Als Experten geben Migranten ihr Spezialwissen und Berufserfahrung an Dritte weiter. Vorlesungen und Workshops sind u.a. geplant. „Unterm Strich ein Sozialprojekt“, so Frense, mit dem Ziel, dass sich ein Netzwerk zwischen gut integrierten Migranten und Menschen, die neu nach Mülheim kommen, bildet.