Im Schatten der Katastrophe wird alles andere winzig

Die Katastrophe in dieser Woche hat uns alle tief getroffen – die Stadt auch in einem besonderen Maße. Drei Menschen aus Mülheim sind unter den Opfern, von zweien haben wir Näheres erfahren können, von der dritten Person wissen wir nur, dass es sich um eine junge Frau aus Styrum handelt, türkischer Herkunft. Vom Schmerz der Hinterbliebenen ist zu hören und in den sozialen Netzwerken zu lesen. Die Probleme in einer Stadt werden in dem Moment winzig angesichts dieser unvorstellbaren Tat und des Leids.
Hoffnungsfroh stimmt einen, dass die Bürgerstiftung in dieser Woche zum neunten Mal junge Menschen für außergewöhnliche Leistungen auszeichnen konnte. Jedes Jahr finden sich herausragende Beispiele für soziales Engagement, für Zivilcourage, aber eben auch für Leistungen in den Naturwissenschaften. Hinter dem Lob für die Leistung steckt zugleich die Hoffnung, Vorbilder zu präsentieren, die eine Gesellschaft braucht.


Verstärkt bemühen sich die Unternehmen, junge Leute für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern. Zum ersten Mal stoppte der neue Technik-Truck in Mülheim, der auf zwei Etagen versucht, für die Metall- und Elektrowelt zu begeistern. Es lassen die Arbeitgeber sich einiges kosten, um die heute ausscheidenden Facharbeiter morgen noch ersetzen zu können. Der Truck ist ein früher Baustein in der Kette der Nachwuchssuche.


Spannend wird, wie das Bäder- und das Sporthallen-Problem gelöst wird. Es darf dabei auch die Politik mal Ideen liefern. Da kommt bislang zu wenig. Gespannt darf man sein, was die Arbeitsgruppe, die sich um das Thema „Schwimmbad links der Ruhr“ kümmert, in Kürze präsentieren wird – auch an möglichen Kosten für einen Neubau. Beim Bad in Heißen sind viele nicht bereit, so viele Millionen über Jahre gestreckt in eine marode Anlage zu investieren, ohne zu wissen, was noch alles kommt. Ein Neubau dürfte billiger sein, erfordert aber die Millionen in viel kürzerer Zeit.