Im Mülheimer Ringlokschuppen wird wieder ausgeschenkt

Ein Kunstraum mit gastronomischen Angebot ist das „Heidi Hoh“ im Ringlokschuppen. Es öffnete bereits während des Impulse-Festivals, etwa zu Diskussionsrunden. Das soll in Zukunft ein konzeptueller Scherpunkt sein.
Ein Kunstraum mit gastronomischen Angebot ist das „Heidi Hoh“ im Ringlokschuppen. Es öffnete bereits während des Impulse-Festivals, etwa zu Diskussionsrunden. Das soll in Zukunft ein konzeptueller Scherpunkt sein.
Foto: RLS
Was wir bereits wissen
Nach der Rettung des Ringlokschuppen war es ein Wunsch vieler Mülheimer, die dortige Gastronomie wiederzubeleben. Das „Heidi Hoh“ ist nun an vier Tagen auf.

Mülheim.. Für alle, die am Wochenende auf den vorhergesagten Hitzerekord anstoßen möchten: Im Ringlokschuppen gibt es wieder was zu trinken. Komplett saniert und neu gestaltet, betreibt der Verein Kultur im Ringlokschuppen (Kir) die Gastronomie gemeinsam mit Partnern und öffnet an vier Tagen – zuverlässig. Doch eine klassische Kneipe ist das Heidi Hoh nicht. Sebastian Brohn vom Ringlokschuppen nennt es vielmehr einen „Kunstraum mit gastronomischem Angebot“.

Die Zeiten von Schnitzelteller Stefan und Rösti Roberto sind in Broich endgültig vorbei. Auch wuchtige Sofas und die massive Theke sucht man vergebens. Stattdessen erwarten die Besucher mobile Möbel, die Raumlaborberlin entworfen und gebaut hat und die – inklusive Tresen – flexibel im Raum bewegt werden können. Farblich dominieren Schwarz und Grau. „Die Entscheidung dazu ist uns nicht leicht gefallen“, gibt Britta Lins vom Ringlokschuppen zu, findet die Optik jetzt aber „super“. Für Sebastian Brohn passt die zudem bestens ins Konzept: „Der Raum tritt in den Hintergrund und die Leute bringen die Farbe rein.“

Das Heidi Hoh, sagt Schuppen-Sprecher Tobias Fritsche, ist „Bar, Café, Biergarten“ und immer donnerstags bis sonntags geöffnet. Verschlossene Türen während der Öffnungszeiten wird es nicht mehr geben, verspricht das Team. „Die Verbindlichkeit ist uns wichtig“, betont Britta Lins und spricht von festen „Kernöffnungszeiten“, die aber noch ausdehnbar sind.

Als Gastro-Partner konnte ein alter Bekannter gewonnen werden: Ismail Omari alias Isi kehrt mit seiner Cuisine Nomade, Pardon, in abgespeckter, vorwiegend vegetarischer Form zurück in die Räume, die er einige Jahre gepachtet hatte. Wechselnde Tageskarten wird es geben, Kleinigkeiten, die satt machen, aber keinen Restaurantbetrieb. Und zu besonderen Anlässen wird auch mal der Grill rausgestellt. Grundsätzlich ist im Heidi Hoh übrigens Selbstbedienung. Weitere Partner sind Fritz Kola, Club Mate und Sweet Coffee Pirates Röstung.

Das ist das Tagesgeschäft. Zudem plant das Ringlokschuppen-Team dort neue Veranstaltungen und hofft, durch den lockeren Rahmen Hemmschwellen abzubauen. Urbane Künste Ruhr ist da etwa als Partner dabei. Das passe bestens zum einladenden Konzept des Hauses, sagt Sebastian Brohn: „Wir wollen Zugänge schaffen, dass man sich traut, reinzukommen.“ Denn um Spaß an Theater zu haben, brauche es kein Vorwissen. „Alles läuft unter dem Motto: komm vorbei!“ Zu Diskussionen, Publikumsgesprächen, Einführungsrunden, Lesungen – und zu (Premieren-)Partys.