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Im Kampf gegen Graffiti schauen Grüne nach Gelsenkirchen

15.02.2012 | 16:57 Uhr
Im Kampf gegen Graffiti schauen Grüne nach Gelsenkirchen
Wieder haben Schmierfinken die erst jüngst sanierten Fassaden am Hauptbahnhof verunstaltet.Foto: Stephan Glagla

Mülheim.Neuerliche Schmierereien an der sanierten Fassade des Hauptbahnhofs lassen erneut Rufe nach legalen Graffiti-Flächen laut werden. Die Grünen schlagen vor, nach Gelsenkirchener Vorbild zu handeln.

Die neuen Graffiti-Schmierereien sind an einer Seite der Sitzbänke und an der linken wie rechten Wand neben dem Bahnhofseingang zu finden. Im Vergleich zu sonstigen Graffiti-Schmierereien sind diese zwar eher unauffällig, ärgerlich aber allemal.

Hochwertige Graffitis statt hässlicher Schmierereien – dies schlagen nun die Grünen . Einen Lösungsansatz sieht die Ratsfraktion im Weg, den die Stadt Gelsenkirchen gegangen ist. Dort war eine von der City zum Stadtpark führende Fußgängerunterführung immer wieder Ziel von Sprühattacken. „Nach baulicher Sanierung“, so Grünen-Fraktionssprecher Tim Giesbert, „nahm das dortige Büro Stadtumbau Kontakt mit dem in Sprayer-Fachkreisen bekannten Graffiti-Künstler Beni Veltum auf.

Ehrenkodex der Szene

Er erhielt den Auftrag, in Absprache mit der örtlichen Sprayer-Szene die Wände des Tunnels mit bekannten Stadtansichten und Graffiti-gemäßen Schriftzügen zu verzieren. Vom Ergebnis waren Passanten aller Altersgruppen begeistert.“ Ein halbes Jahr nach Fertigstellung seien die Sprühkunstwerke immer noch unangetastet. Giesbert führt dies auf einen Ehrenkodex in der Sprayer-Szene zurück, der das Übersprühen künstlerisch hochwertiger Graffiti verbietet.

Gezahlt für die Aktion habe Gelsenkirchen 8000 € inklusive Arbeitsmaterialien. Die Beseitigung der Kritzeleien an Mülheims Bahnhofsvorplatz hätten schon beim letzten Mal 4000 € gekostet. So sei es allemal ein Versuch wert, am Hauptbahnhof dem Gelsenkirchener Vorbild zu folgen.

Graffitti-Workshop

Nicholas Ramme

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