Im Internet diätet die Steinzeit

Die Hälfte der Mülheimer ist zu dick, haben Stadtstatistiker ermittelt. Den neuen Anzug musste ich eine Nummer breiter kaufen. Gegen Fettleibigkeit hilft die Steinzeitdiät, neckte mich eine Freundin. Kein Brot, kein Alkohol, nix Süßes. Nur frische Produkte darf der Faustkeil noch mundgerecht bearbeiten. Selbst entschlackende Reisgerichte gehen nicht mehr. Doch Zucchinispaghetti, Blumenkohlbodenpizza oder Bananenbrot klingen so gegenwärtig, wie die Zubereitung am häuslichen Herd. Männer waren in der Frühzeit schlank, weil sie rennen und jagen mussten. Wer nichts fing, hatte Diät. Frauen, die nicht kletterten wie die Affen, bekamen keinen saftigen Apfel. Wer hat heute so viel Zeit zur Nahrungsbeschaffung?
Die Kochbuchsteinzeitler sammeln empfohlene Produkte im Internet, lassen sie von fahrenden Boten an die Küchentür liefern, weil normale Läden die Spezialsachen nicht haben. Diese Inkonsequenz kann auch dick machen. Wer von den Steinzeitdiätlern kann eigentlich Holz sammeln, auf der Lichtung mit Steinschlagfunken Feuer machen und darüber Fisch oder Fleisch braten? Wenn, dann richtig in der Steinzeit darben.