Im Einsatz für Demenzkranke

In ihrer Freizeit besuchten die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule regelmäßig alte Menschen in zwei Demenz-WGs und im Engelbertusstift.
In ihrer Freizeit besuchten die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule regelmäßig alte Menschen in zwei Demenz-WGs und im Engelbertusstift.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
17 Schüler der Höheren Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen engagierten sich über Monate hinweg auf vielfältige Weise für ältere Menschen mit Demenz.

Mülheim.. Generationenübergreifend ging es im vergangenen Jahr in zwei WGs für Demenzerkrankte sowie dem Engelbertusstift recht häufig zu. 17 Schüler der Höheren Berufsfachschule „Sozial und Gesundheitswesen“ (Berufskolleg Stadtmitte) kamen vorbei, sie lasen den Senioren vor, sangen mit ihnen alte Lieder, spielten mit ihnen Karten oder plauderten mit ihnen über „Gott und die Welt“. Nicht nur über vergangene Zeiten, sondern auch über ganz aktuelle Themen. Manchmal wurde zudem richtig getratscht. „Über Dieter Bohlen oder darüber, welche Nagellackfarbe gerade in Mode ist“, erzählen Vanessa Janssen und Dega Yassin lachend.

Ihre Klassenkameraden Sarah Lohkamp und Lucca Thannheimer hatten das Projekt „Engagiert für Demenzkranke“ im letzten Herbst initiiert. „Wir haben damals im Unterricht das Krankheitsbild der Demenz besprochen und hatten plötzlich die Idee, dass man sich in der Freizeit für Demenzkranke ehrenamtlich engagieren sollte“, erinnern sie sich. Ihr Enthusiasmus wirkte ansteckend, die ganze Abschlussklasse machte mit.

Schüler kooperieren mit Alzheimer Gesellschaft Mülheim

Die Schüler kooperierten dabei mit der Alzheimer Gesellschaft Mülheim, ihr Engagement beschränkte sich längst nicht nur auf die WG- und Heimbesuche. Sie sammelten Spenden für die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft, beteiligten sich an Fachvorträgen zum Thema Demenz, suchten den Austausch mit Angehörigen der Erkrankten, fertigten gemeinsam mit ihnen einen Gedicht- und Fotoband an, besuchten Veranstaltungen für Senioren wie den „Tanz im Schloss“ (Styrum) oder machten Bewegungsübungen mit den älteren Leuten. Schon zu Beginn des Projektes hatten sie an einem Workshop zur „Kommunikation mit Demenzerkrankten“ im „Haus Ruhrgarten“ teilgenommen.

Von einem Teil der Spenden kauften die jungen Ehrenamtler Kamera, Laptop und Beamer. Sie hielten ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit den Senioren fest und sind dabei, einen Film über ihr Projekt anzufertigen. „Wir wollen nachfolgende Klassen dazu anregen, unser Projekt weiterzuführen, aber auch ganz einfach über die Krankheit informieren“, sagen sie. Der Film solle dazu beitragen, Berührungsängste im Umgang mit Demenzerkrankten abzubauen.

Preis der Bürgerstiftung

„Wir selber haben durch das Zusammensein mit den älteren Leuten viel gelernt“, finden die Schüler, die soziale Berufe anstreben. „Es war mutig, wie die Jugendlichen auf die Demenzerkrankten zugegangen sind. Sie haben so viele verschiedene Dinge auf die Beine gestellt. Das war für uns als Alzheimer Gesellschaft ein Geschenk“, lobt Peter Behmenburg.

Im April hat die Klasse für ihr großes soziales Engagement (zusätzlich zum Schulalltag) den Preis der Bürgerstiftung erhalten. Einen Teil des Geldes hat sie für tiertherapeutische Aktivitäten in den Senioreneinrichtungen gespendet.