IG BAU: Wohnungsbau wird ausgebremst

Mülheim droht laut Industriegewerkschaft BAU eine „Wohnungsbau-Bremse“.

Noch würden zwar Wohnungen gebaut: 54,8 Millionen Euro wollten Bauherren und Investoren in den Neubau von Wohnungen in Mülheim investieren. Das seien die veranschlagten Kosten für 312 Neubau-Wohnungen, für die es im ersten Halbjahr eine Baugenehmigung gegeben habe. Zum Vergleich: In der ersten Jahreshälfte 2015 hätten laut Statistischem Bundesamt lediglich 87 Wohnungen das grüne Licht für den Bau bekommen.

Doch die Bau-Gewerkschaft warnt: „Der Bau neuer Wohnungen hat einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Denn der Kredithahn ist ziemlich zugedreht: Viele Menschen, die ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen wollen und deshalb zur Bank gehen, bekommen heute kein Darlehen mehr“, sagt Peter Köster von der IG BAU.

Schuld daran sei die Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie der EU, die die Bundesregierung „besonders hart in deutsches Recht umgesetzt“ habe. Die Richtlinie schreibe Kreditinstituten seit März vor, bei der Vergabe von Darlehen in erster Linie auf das vorhandene Vermögen und auf die Höhe des Einkommens während der Rückzahlung zu achten. Anders als noch zu Beginn des Jahres dürfen Wohnimmobilien oder Grundstücke von Banken nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden.

Besonders hart trifft dies, so die IG BAU, junge Familien und ältere Menschen. „Heute müssen die Kreditinstitute ihnen die Finanzierung oft verweigern“, so Köster. Der Wunsch, energetisch zu sanieren und vor allem altersgerecht umzubauen, um möglichst lang in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, scheitere jetzt am nötigen Kredit. Von den Neubauplänen junger Paare ganz zu schweigen. Das schade der Wirtschaft und den Jobs in der Region.

Die IG BAU fordert deshalb die Bundesregierung auf, die „überzogenen Vorschriften“ zu korrigieren.