Hut tut gut
02.07.2008 | 18:34 Uhr 2008-07-02T18:34:00+0200Mittwochkletterte das Thermometer deutlich über 30 Grad. Haben wir jetzt schon Kreislaufwetter? Die Internistin Dr. Brigitte Schreurs, Oberärztin an der Inneren Medizinischen Klinik II am Sankt Marien-Hospital, gibt Tipps, wie man sich vor der Hitze schützen kann.
Große Hitze setzt ja allen mehr zu. Haben Sie jetzt schon mehr Patienten? Schreurs: Bis heute war es noch ganz normal, obwohl es in den letzten Tagen schon etwas wärmer war. Wenn die Hitze aber länger anhält, könnten schon einige Patienten mehr kommen, die nicht genug getrunken haben. Vor allem Ältere, die nicht mehr so ein Durstgefühl haben.
Welche Beschwerden bekommt man denn, wenn man zu wenig trinkt? Schreurs: Wenn man zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, ist ja der Kreislauf nicht so gut gefüllt. Man neigt zum Kollaps, also Schwindel und Schwäche. Ältere Patienten können sogar Bewusstseinstrübungen haben, wenn sie zu wenig trinken. Es ist dann einfach viel zu wenig Flüssigkeit im Körper.
Wieviel sollte man denn trinken, und was ist am besten? Schreurs: Eineinhalb bis zwei Liter sollte man ja ohnehin als Grundversorgung am Tag trinken. Bei Hitze, wenn man auch stärker schwitzt, sollten es ein bis zwei Liter mehr sein. Mineralwasser ist als Getränk vorzuziehen, wobei man in größeren Mengen kohlensäurearmes Wasser in der Regel besser verträgt. Kalter schwarzer Tee mit Zitrone ist auch gut. Nur so richtig eiskalte Getränke sollte man lieber meiden – das verträgt der Magen oft nicht so gut. Schmerzhafte Magenkrämpfe könnten die Folge sein.
Wie sieht's denn mit dem Essen bei großer Hitze aus? Schreurs: Grundsätzlich sollte man leichtere Kost vorziehen. Sehr fettiges Essen belastet ja auch den Kreislauf, denn es muss alles verdaut werden. Meiden sollte man: Mayonnaisen, Gehacktes und alles, was mit Ei zubereitet wird, weil sich Salmonellen oder Bakterien darin bei Hitze sehr schnell vermehren können. Den Kartoffelsalat sollte man an heißen Tagen also lieber mit Essig und Öl zubereiten.
Wie kann man sich vor der Hitze schützen – vor allem, wenn man arbeiten muss? Schreurs: Man sollte – etwa über Ventilatoren – für ein bisschen Luftkühlung sorgen. Möglichst auch die pralle Sonne meiden. Extreme körperliche Anstrengungen sollte man an heißen Tagen besser unterlassen, wenn es irgendwie machbar ist. Wenn man aber draußen arbeiten muss, sollte man möglichst im Schatten bleiben. Und wenn das gar nicht geht, einen Sonnenschirm aufspannen – oder wenigstens einen Hut aufsetzen. Den Kopf zu bedecken ist ganz, ganz wichtig, damit ein Hitzeschlag vermieden wird.
Woran merke ich denn, dass ich einen Kollaps – oder sogar einen Hitzschlag habe? Und was tut man dagegen? Schreurs: Beim einem Kollaps gibt es ja ganz verschiedene Formen. Es gibt leichtere Kreislaufschwächen, wenn man also plötzlich merkt, dass einem nicht mehr so gut ist. Dann sollte man sich hinsetzen oder hinlegen und etwas trinken. Meistens kommt der Kreislauf dann wieder. Wenn aber jemand bei einem Kollaps bewusstlos wird, sollte man besser einen Arzt aufsuchen. Ein Hitzschlag ist etwas anderes. Dabei leidet man unter Kopfschmerzen, Sehstörungen – man kann sogar Verwirrtheitszustände bekommen. Das sind alles Symptome, die einen Betroffenem zum Arzt führen sollten. Wenn man nämlich seinen Kopf ungeschützt der prallen Sonne ausgesetzt hat, kann es auch zu Hirnschwellungen kommen. Und das kann schon gefährlich werden.

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