Hubert Apeltrath hatte immer Zeit für die Gemeinschaft

Hubert Apeltrath half allen, die ihn danach fragten. Er teilte seine Zeit gern mit Kindern. Er starb viel zu früh.
Hubert Apeltrath half allen, die ihn danach fragten. Er teilte seine Zeit gern mit Kindern. Er starb viel zu früh.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Mintarder Urgestein ist mit 50 Jahren plötzlich gestorben. Er ritt nicht nur als St. Martin durchs Dorf, sondern lebte die Tugenden im Alltag vor.

Mülheim-Mintard.. Er war ein fröhlicher, hilfsbereiter, lebensfroher und vitaler Mensch. Er war in Mintard und Kettwig als St. Martin unterwegs, war Vorsitzender des Ländlichen Reitvereins Mülheim, stellte mit Jochen Florstedt die „Blues Brother Doubles“, zählte zu den „Ruhrtalrittern“ aus Kettwig Vor der Brücke und führte ein Transportunternehmen mit europaweiten Kontakten. Viele werden ihn nun vermissen. Am Montag starb Hubert Apeltrath an den Folgen eines Herzinfarktes. Er wurde nur 50 Jahre alt.

Einer seiner ältesten Freunde ist Wolfgang Berns, der „den Hubi“ schon seit der Schulzeit kannte. „Du konntest ihn rund um die Uhr anrufen, wenn du Hilfe brauchtest – er war immer für alle da. Er hatte immer dummes Zeug im Kopf, war auch ein totales Arbeitstier. Wir stehen alle noch unter Schock.“ Viele Mintarder, Mülheimer und Kettwiger trauern um Hubert Apeltrath – mit seinen beiden Kindern Laura (17) und Tim (15).

Er war ein aufmerksamer Mensch

„Gutes tun, Menschen helfen, mit anderen teilen, und wenn es nur die eigene Zeit ist – das lebte Hubert Apeltrath täglich vor. Er ritt nicht nur als St. Martin auf Aragon oder Sixth Sense, er mimte auch den Nikolaus im Reitverein und stand regelmäßig als „Blues Brother“ auf der Bühne. Die Tugenden, die die St. Martin-Legende zum Vorbild hat, motivierten den Mintarder, jedes Jahr, bei jedem Wetter, im roten Mantel aufs Pferd zu steigen, weil er damit „eine ganze Horde Kinder glücklich“ machte. „Ist doch schön, wenn solche Traditionen hochgehalten werden“, sagte das Mintarder Urgestein bescheiden im November 2014, vor seinem 20. St. Martins-Einsatz.

Hubert Apeltrath war aufmerksam, hörte allen Menschen zu, beantwortete Fragen. In der heute schnelllebigen Zeit eine seltene Gabe. Er führte vom Dorf aus die Transportfirma und war oft mit dem Lkw auf Achse, um Heu und Stroh durch halb Europa zu fahren, weil Zoos in Südeuropa es kaufen wollten. Mit dem Fouragehandel hatte er eine 100-jährige Familientradition fortgeführt. „Wir im Ruhrtal sind eine eingeschworene Gemeinschaft“, lebte Apeltrath vor. „Unsere Gemeinschaft vermisst ihn sehr. Er hat uns stets unterstützt. Er musste viel zu früh gehen“, trauert auch Wolfgang Budde, Vorsitzender des Mintarder Bürgervereins WIM.