HRW testet über drei Jahre Elektroautos im Alltag

„Man fährt entspannter, vorausschauender.“ „Ich nehme den Fuß früher vom Pedal.“ „Es hat total Spaß gemacht, mit diesem Auto durch die Stadt zu fahren.“ – Dies sagen Testfahrer von Elektroautos. Sie testen im dreijährigen Forschungsprojekt „GO ELK!“ der Hochschule Ruhr West (HRW) Elektroautos im gewerblichen Einsatz.

Es ist Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Laut Nationaler Plattform Elektromobilität sind es erst 24 000 (Stand: Juli 2014). Ein Grund dafür sind die hohen Anschaffungskosten. Hinzu kommen Unsicherheiten bezüglich der Reichweiten und der Akkulebensdauer. Es fehlt an Ladestationen. Stromtankstellen wiederum werden mangels Nachfrage nicht eingerichtet.

Ein Forscherteam an der HRW untersucht sowohl die technischen Herausforderungen von Elektromobilität als auch die Kaufhemmnisse besonders für den Einsatz in gewerblichen Flotten. Im Projekt sind derzeit drei Flotten im Einsatz mit unterschiedlichen Elektromodellen von VW, Mitsubishi, Nissan und BMW. Getestet werden die Fahrzeuge von den Beschäftigten einer Gemeindeverwaltung, eines Pflegedienstes und eines Netzbetreibers. „Wichtig für die Akzeptanz ist eine zuverlässige Infrastruktur zum Aufladen. Die Fahrer müssen die Sicherheit haben, jederzeit mobil bleiben zu können“, so Prof. Ellen Roemer aus dem HRW-Wirtschaftsinstitut.

Gestartet war das Projekt im Mai 2013. „Im Winter sank die Reichweite der Batterien extrem. 150 km, die die Nürnberger Mitarbeiter oft fahren, waren kaum zu schaffen, eher 70 oder 80. Und unterwegs konnten die Fahrzeuge oft nicht geladen werden. Sie mussten ihre Wegstrecken extrem genau planen“, so Prof. Jens Paetzold, Projektleiter an der HRW vom Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft. Er wertet die technischen Daten aus, die via GPS gesammelt werden, untersucht die technologischen Bedingungen.

Die RWTH Aachen kümmert sich derweil besonders um das Alterungsverhalten der Batterien, beobachtet mit der HRW den täglichen Betrieb und sammelt umfassende Daten.

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