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Karnevalsession

Hoppeditz im Nieselregen

15.11.2009 | 17:05 Uhr
Hoppeditz im Nieselregen

Mülheim. Beim Erwachen des Erzschelms rieb sich dieser die Augen – nicht nur, weil er die viel diskutierten Baumkübel auf der Schloßstraße entdeckte...

Das Wetter hatte die Sache mit dem Frohsinn nicht so recht verstanden: Nieselregen über dem Kurt-Schumacher-Platz am Samstagvormittag um 11.11 Uhr. Aber die Mülheimer Karnevalisten ließen sich davon nicht unterkriegen: Mit guter Laune, Musik und ihren farbenfrohen Uniformen sagten sie dem Novemberwetter den Kampf an.

Es sollte schließlich mit dem Erwecken des Hoppeditz die neue Karnevalssession eingeläutet werden.

„Wer die Ohren gut spitzt, der hört es schon”, so Moderator Heino Passmann, als die Mülheimer Karnevalsvereine mit Unterstützung eines Spielmannszuges die Schloßstraße entlangmarschierten. Mit dabei war der Hoppeditz, der regungslos auf seiner Bahre lag und zur Bühne getragen werden musste.

Prinz Markus I. vor dem Narrenbaum Foto: Stephan Glagla

Ihn mussten die Zuschauer nun mit energischen „Hoppeditz erwache!”-Rufen wieder zum Leben erwecken mussten. Passmann versprach, dann werde er „sogleich die Augen aufschlagen und vor Witz und Frohsinn nur so sprühen”.

Hoppeditz, verkörpert vom Karnevalsprinzen der vorigen Session, Herbert Höfemann, stellte das sogleich unter Beweis. In seiner Rede konnte er nicht glauben, was während seines langen Schlafes alles in Mülheim geschehen war: Sowohl die komplizierte Verkehrsführung in Mülheim als auch der Hochschulstreit, die Bäume in der Schloßstraße und die schlechten Zustände in manchen Schulen fielen seinem Spott zum Opfer.

Unter seinen Zuhörern war neben vielen Mülheimer Bürgern und neugierigen Passanten auch „alles, was im Mülheimer Karneval Rang und Namen hat”, so Heino Passmann. Und alle erwarteten mit Spannung den ersten öffentlichen Auftritt des neuen Prinzenpaares: „Seine Tollität” Markus I. und Prinzessin Sandy I. – auch im wahren Leben ein Paar, mit dem bürgerlichen Namen Uferkamp.

Die beiden übernahmen als erste Aufgabe das Befestigen eines Schildes an Nordrhein-Westfalens einzigem Narrenbaum. Es soll Passanten dessen Bedeutung erklären: die Gemeinschaft zwischen allen 14 Mülheimer Karnevalsvereinen. Unter vielen „Uss Mölm Helau!”-Rufen wurde anschließend mit Tanzdarbietungen der Garden weitergefeiert. Heiße Waffeln und Glühwein sorgten für das leibliche Wohl – bei dem Wetter goldrichtig.

Wiebke Tomescheit

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