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Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt

22.10.2010 | 17:37 Uhr
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Mülheim.Die Niederländer haben große Pläne, soviel steht fest. Deshalb standen am Donnerstag rund 90 Politiker aus Brabant vor der Tür des Mülheimer SWB-Hochhauses. Denn Brabant will 2018 Kulturhauptstadt werden – und Mülheim gab Tipps.

So viele Holländer auf einmal haben die Bewohner am Hans-Böckler-Platz 7 noch nie gesehen. Obwohl das Kulturhauptstadt-Projekt 2-3 Straßen häufig von Gruppen besucht wird. Am Donnerstag klingelten rund 90 Politiker und Vertreter aus der niederländischen Region Brabant an den Türen der Teilnehmer. Sie wollen 2018 Kulturhauptstadt werden und holen sich für ihre Bewerbung Anreize im SWB-Hochhaus.

In Zehner-Gruppen geht es in die Aufzüge. Schon die sind eine kleine Attraktion: In einem hängen Franz Marcs Pferde, in einem anderen dudelt Musik aus dem Radio. Es geht hoch in die achte Etage zu Jannie Schmitz: Die Designerin aus den Niederlanden lebt und schreibt hier seit Januar für das Projekt. Die Besucher lassen sich erzählen, wie Leben und Arbeit in Mülheim laufen – und sind erstaunt: „Die Kunst hat das Haus und seine Bewohner wohl sehr verändert“, meint Besucherin Inge Sebregts. Sie arbeitet als Projektmanagerin an der Bewerbung zur Kulturhauptstadt und glaubt, sich vom Mülheimer Projekt einiges abschauen zu können. „Auch bei uns gibt es soziale Problem-Bezirke, in denen es nicht so schön ist zu leben. Durch die Menschen und ihre Kunst können diese Plätze - wie man hier sieht - aufgewertet werden.“

Den Niederländern gefällt’s

Begeistert sind die Besucher vor allem über die Nachbarschaft. „Hier leben Künstler neben normalen Bewohnern, die so einen ganz anderen Zugang zu Kunst bekommen“, meint Ruth Giebels. „Eben nicht nur durchs Museum, sondern vom Menschen nebenan.“ Sie findet: „Das baut Barrieren in den Köpfen ab.“ Ein gutes Beispiel dafür sind Beate Gottwald, Tom Klockhaus und Künstler Charles Kaltenbacher, die sich in der hauseigenen Sauna kennen gelernt haben. „Seitdem machen wir viel gemeinsam“, sagt Beate Gottwald, die in Essen einen Kultur-Friseursalon betreibt, mit Bücher-Ausleihe und Lesungen Nun hört sie zu, während ihr Nachbar, der Wiener Künstler Charles Kaltenbacher, erklärt, mit welchen Themen er sich in seiner Kunst beschäftigt. Den Niederländern gefällt’s.

Als Gäste sind sie natürlich auch Teil des Kunstwerks und dürfen an den Schreibtischen mit Laptops Platz nehmen, um ihre Eindrücke aufzuschreiben. „Diese Aufzeichnungen werden eins zu eins ins Buch übertragen“, erklärt Projekt-Mitarbeiterin Elisabeth Giers. „Und zwar ohne Absätze und in der Landessprache Holländisch.“ Schließlich sind die Besucher nun Teil der Ausstellung geworden.

Kristina Mader

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Kommentare
25.10.2010
12:56
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von mindestlohn | #7

Kritik hin oder her, der Hans-Böckler-Plat7z hat von den jungen Leuten eindeutig profitiert, und das Ganze wird jetzt wieder sozialer Brennpunkt.Das ist teuer.

24.10.2010
13:49
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von Gordon Bell | #6

Zum Thema: http://2-3etagen.tumblr.com/

23.10.2010
17:38
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von Thomas Wohlzufrieden | #5

Mülheim mit Venlo zu vergleichen ist das selbe, als wenn man Lena mit einer Sängerin auf die gleiche Stufe stellt...

23.10.2010
17:35
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von w samoht | #4

Es ist wohl eher so, das die Mülheimer sich von den Holländern Tipps geben lassen können, vergleicht man nur Mülheim mit Venlo.

23.10.2010
11:37
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von debattenkalle | #3

Wer hat denn was anderes erwartet? Die swb ist nunmal Kein SozialerWohnungsBau. Aus dem ollen Hochhauskasten machen die doch kein Gemeindehaus : )

23.10.2010
11:29
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von mindestlohn | #2

Man sollte dazu sagen, dass die swb kein Interesse daran hat, so ein sinnvolles Projekt zu wiederholen. Wenn die Aktionen im und um den Hans-Böckler-Platz zu Ende sind, müssen die Künstler gehen, und dann wird es dort so sein wie vorher: Vandalismus, Einbrüche, Messerstechereien.

22.10.2010
19:47
Holländer holten sich Tipps zur Kulturhauptstadt
von Kassenplünderer | #1

...hier konnten sich die holländischen Nachbarn auch TIPPS holen, wie man eine Stadtkasse plündert und fast eine Milliarde EURO Schulden anhäuft um sich dann die Kohle über höhere Gebühren wieder von den Bürgerinnen und Bürgern reinholt. Holländer wärd Ihr lieber in Holland geblieben !

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