Hoffen auf ein Happy End

Mülheim liegt im Westen. Aber das wir schon im wilden Westen angekommen sind, ist mir neu. Die Karl-Ziegler baten den frisch gekürten OB-Kandidaten der CDU, Werner Oesterwind, und Claus Schindler, SPD-Fraktionsgeschäftsführer, als Ersatzmann für die oder den OB-Kandidaten der SPD unter dem filmreifen Titel „High Noon/12 Uhr Mittags“ zum Vorwahlkampf-Duell. Das lässt tief blicken. Ist es in unserer Stadt wirklich schon 5 vor oder gar 5 nach 12? Und wenn ja, wer kann, um im Film zu bleiben, der Gary Cooper Mülheims werden, um die Stadt als Held aus ihrer Not zu befreien? Ich befürchte: Ein tapferer Marshal vom Schlage Will Kanes und ein paar blauen Bohnen werden es in diesem kommunalen Notfall wohl nicht richten können.

Nicht von ungefähr eröffneten die Karl-Ziegler-Schüler den Kommunalpolitikern die Option einer Fee, von der diese sich etwas wünschen durften. Eine schöne Vorstellung. Doch am Ende scheint sie zu schön um wahr zu sein. Da müsste die oder der künftige OB schon einen Sterntaler oder einen Dukatenesel in der Hinterhand haben. Bleibt nur zu hoffen, dass es bei uns im Westen, wie einst im Filmklassiker aus dem Wilden Westen am Ende ein Happy End gibt und der Bürger nach der Wahl kein blaues Wunder erlebt und nachher als Dukatenesel da steht. Auch wenn die von Oesterwind und Schindler benannte Idole Adenauer und Brandt nicht mehr kandidieren können, können sie vielleicht als Schutzengel inspirierend wirken. Das wäre wunderbar!