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Hochschule Ruhr-West - Größte Baustelle bleiben die eigenen Räume

11.01.2012 | 18:38 Uhr
Hochschule Ruhr-West - Größte Baustelle bleiben die eigenen Räume
In den derzeit 13 angebotenen Studiengängen studieren seit dem Wintersemester 830 junge Menschen an der Hochschule Ruhr West.

Mülheim.Die Hochschule Ruhr West , mit Schwerpunkt in Mülheim und zweitem Standbein in Bottrop, wächst schneller als erwartet. Was die Verantwortlichen als Erfolg werten, macht zugleich große Anstrengungen nötig. Nun liegt eine Bilanz der Aufbauphase vor. Mit dem Jahresbericht für 2009/2010 wurde zugleich ein Resümee für 2011 gezogen, beides präsentiert von HRW-Präsident Prof. Eberhard Menzel und Vizepräsident Helmut Köstermenke, dem zuständigen Mann für Wirtschafts- und Personalverwaltung.

Nicht nur in seinem Bereich weisen die Kurven steil nach oben. Begann man zum Wintersemester 2009 bescheiden mit 79 Studierenden, so sind inzwischen 830 junge Leute eingeschrieben. Die Zahl der Beschäftigen stieg auf 138, darunter sind 64 Servicekräfte, 34 wissenschaftliche Mitarbeiter und 38 Professor(inn)en.

Hochschule Ruhr-West bietet ab Sommer BWL an

Um zu ergründen, welche Studiengänge „für die Region und die Zielgruppe attraktiv sind“, wurde eigens eine Agentur für strategische Markenberatung engagiert. Momentan bietet die HRW 13 Studiengänge an, erweitert aber laufend ihr Programm. 2012 wird es fünf neue Richtungen geben, so kann man beispielsweise ab Sommer in Mülheim BWL mit den Schwerpunkten "Emerging Markets" oder auch "Instandhaltung" studieren. Am 15. Januar endet die Frist für Online-Bewerbungen, schon jetzt gibt es einen Überhang, so dass die Noten entscheiden.

„Wir arbeiten teilweise mit NC“, erklärt Menzel, „weil wir sonst mit den Räumlichkeiten nicht hinkommen.“ Zunächst schillernd klingt der neue Studiengang, der im Herbst an den Start geht: „Mensch-Maschine-Interaktion“.

Förderantrag an den Bund gestellt

In Mülheim wird es zudem ab Wintersemester 2012/13 einen Masterstudiengang BWL geben, wobei die Ökonomie den bislang mathematisch-technischen Schwerpunkt der Hochschule Ruhr West nicht verdrängen, sondern unterstützen soll. Die HRW hat sich nämlich ein weiteres Ziel auf die hellblau-weiße Fahne geschrieben: „Wir möchten Gründer-Hochschule werden.“ Studierende, Absolventen, wissenschaftliche Mitarbeiter sollen sich mit der Vorstellung anfreunden, Unternehmer zu werden, und hierfür geschult werden. Die HRW hat, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Mülheim & Business, einen Förderantrag im Rahmen des Bundesprogrammes „Exist“ gestellt, im Gesamtumfang von 3,5 Mio Euro.

Von zusätzlichen Geldquellen hängt oft auch Forschung ab, die an der HRW zunehmend betrieben wird. 2011 wurden Drittmittel von insgesamt 754 000 Euro eingenommen, davon stammten rund 400 000 Euro aus öffentlicher Förderung, der Rest von Unternehmen, in deren Auftrag geforscht wird.

"Größte Mobile Hochschule Deutschlands" solle entstehen

Größte Baustelle der HRW bleiben jedoch die eigenen Räumlichkeiten. In Mülheim-Styrum wächst derzeit eine Zwischenlösung mit Rekordcharakter: die „größte mobile Hochschule Deutschlands“ aus 834 gemieteten Pavillons. Bis Ende 2013 soll sie in drei Bauabschnitten entstehen. Helmut Köstermenke beziffert die Gesamtkosten für die Errichtung des Container-Campus’ auf rund 14 Mio Euro, inklusive elektrischer Anschlüsse, Entwässerung etc.

Schon 2013, wenn der erste doppelte Abi-Jahrgang anrückt, soll die HRW ihre volle Aufnahmekapazität erreicht haben: ca. 900 Studierende pro Jahr. Parallel wird in Mülheim wie in Bottrop im großen Stil neu gebaut. Im Herbst 2012 sollen die ersten Spatenstiche erfolgen, zwei Jahre später der Einzug. An der Duisburger Straße in Broich steht eine Gesamtinvestition von rund 100 Mio Euro an : „Ich bin zuversichtlich“, sagt Köstermenke, „dass bald dunkelgrünes Licht aus Düsseldorf kommt und die Ausschreibungen erfolgen können.“

Neubau Hochschule Ruhr West

Annette Lehmann

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