Das aktuelle Wetter Mülheim 11°C
Geschichte

Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum

28.05.2012 | 20:10 Uhr
Foto: Christoph Wojtyczka

Mülheim. Was passiert, wenn ein Ritter aus dem Mittelalter mit seinem Knappen per Zeitreise in der Gegenwart landet, wissen Kinofreunde seit dem französischen Kultfilm „Die Besucher“. Darin verkörpern die Schauspieler Jean Reno und Christian Clavier die Protagonisten beim Aufeinandertreffen von Menschen aus dem düsteren Zeitalter auf die technisch-fortschrittliche Ist-Welt.

Die genaue Umkehrung dessen konnten Besucher an Pfingsten nun zum zehnten Mal am Schloß Broich erleben: Das Spektakulum samt Ritter-Turnier verwandelte die Anlage aus der Karolinger-Zeit in ein mittelalterliches Zeltlager. Und nicht nur die Akteure des Veranstalters, der Gesellschaft für Burgenmarketing mbH, waren „gewandet“, auch Besucher schlüpften bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius in ihre historischen Kostüme und blätterten etwa als Erwachsener allein stolze zehn Euro (nicht gewandet zwölf) für das Spektakel hin. Kühlende Getränke und Speisen exklusive.

Verblüfft schauen Passanten am Sonntag, denen auf der Schloßbrücke kleine Prinzessinnen oder Ritter begegnen, die allesamt zum Zentrum der Bewegung, dem Schloss, ziehen. Und wo es mittelalterlich aussieht, wandeln sich auch die flotten Sprüche. „Hoffentlich ist es nicht die Pest, meine Liebe“, witzelt ein stämmiger bärtiger Kerl, der einen wolligen Schottenrock trägt, als seine Gegenüber lauthals hustet.

Trotz sengender Hitze und kaum Schattenplätzen ist es brechend voll. Szene-Anhänger haben es sich in ihren Heerlagern gemütlich gemacht. Die „Bilicis“ kommen etwa aus Düsseldorf-Bilk. „Das ist der alte Stadtteilname“, erklärt Markus Heidemüller, während er handwerklich mit Leder beschäftigt ist. Das ist seine Rolle an diesem Wochenende, kein Handy, kein Internet, keine Technik.

Die „Bilicis“ übernachten in der Müga, wie dutzende andere Gruppen. Die Frauen kochen und nähen, die Männer schmieden, schreinern – oder trinken Met in der Taverne. Alles sieht original aus, soll es auch. Schließlich leben die „Bilicis“ im Jahr 950 im Stile des nördlichen Dänemark. Und welche Hygiene gab’s? Heidemüller muss lachen: „Na ja, Zahnbürsten haben wir, aber das Wasser zum Waschen ist so warm, wie es in der Umgebung ist.“ Immerhin.

Pfingst-Spektakulum

Tim Walther



Kommentare
31.05.2012
09:54
Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum
von dirk7603 | #4

@Phase_Lacki - sie sind genau so ein Mensch den die Welt nicht braucht. Was hat das Wildparken und das Vermüllen der Umwelt mit Spass zu tun? Alleine ihre fomulierte Lüge zeigt schon welche geistige Reife sie haben.

Ist es so schwer einen Parkplatz zu nehmen bei dem man vielleicht mal ein paar Meter mehr laufen muss.

Aber sie haben ja auch die Party im Witthausbusch verteidigt sowie die Saufgelage am Wehr.

29.05.2012
11:40
Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum
von dirk7603 | #3

@icolor - ja was erwarten sie denn? Es war das Pfingswochenende mit Sonne und blauem Himmel. Meinen sie wirklich, dass da jemand von der Stadt arbeitet?

Aber sie sind nicht alleine. Auf dem Leinpfad waren wieder zig Radfahrer unterwegs - vom Ordungsamt keine Spur.

Auf den Bootsanlegern unterhalb der Kanugilde wo sich die Jugned tummelt, mal wieder Müll - leere Flaschen, Verpackungen, etc. - ohne Ende. Auch hier niemand vom Ordnungsamt zu sehen.

2 Antworten
Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum
von icolor | #3-1

Was ich erwarte?

Ich erwarte genau das was mir die Stadt vor mehreren Jahren bereits schriftlich zugesichert hat! Nämlich das bei Großveranstaltungen Ordnungshüter die Leute darauf aufmerksam machen, wo es noch Parkraum gibt (Stadthalle, Kirmesgelände, ect.) und das nicht in den umliegenden Straßen geparkt werden soll.

Aber wie ich bis heute immer nur sehe, ist Papier sehr geduldig. Geändert hat sich bislang nichts.

Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum
von Pase_Lacki | #3-2

Dann hätte ich denen einfach gesagt, ich wollte zum Geburtstag ihres Nachbarn, dann hätte ich auch da parken können.

Aber hier hat sich wieder die Nörgelelite versammelt, die anderen den Spass nur so lange gönnt, wie die eigenen Interessen auch nicht ansatzweise angekratzt werden. Spiessbürger.

29.05.2012
10:46
Historisches Extrem-Camping beim Spektakulum
von Emagic | #2

Von dem Spektakulum letztes Jahr war ich einfach nur enttäuscht. Viel zu sehr auf Nepp ausgerichtet. Ich kenne da ganz andere, wirklich gute Mittelaltermärkte. Mülheim sollte dringend den Veranstalter auswechseln. Die Märkte, z.B. in Satzvey oder Wermelskirchen bestechen einfach durch ihre Natürlichkeit. Das hat mit der gestellten Atmosphäre in Broich nicht wirklich etwas gemeinsam.

29.05.2012
09:22
Historisches Extrem-Camping
von icolor | #1

Ja, einfach nur toll dieses Pfingst Spektakulum.
Besonders toll wieder einmal für uns Anwohner direkt in der Nähe.
Keine Parkplätze vorhanden, Toreinfahrten und Garagen zugeparkt.
Parken im absoluten Halteverbot.

Und? Nicht ein Ordnungshüter zu sehen der mal nach dem Rechten schaut oder gar Knöllchen verteilt.

Mit könnt Ihr mit Eurem Spektakulum gestohlen bleiben.

Aus dem Ressort
Kostengünstiges Theater
Kultur
162 Euro Zuschuss für eine Theaterkarte – zuviel? Mit der provokanten Frage nach hohen Subventionskosten für Schauspiel- und Opernhäuser im Lande hat der Bund der Steuerzahler eine streitbare Bühne aufgemacht.
Sanierung zieht sich hin
Grundschule
Gutachter entdeckten ungeahnte Mängel am Gebäude der GGS am Saarnberg. Die Sanierungszeit verlängert sich. Die Schüler müssen vermutlich bis Ostern im Ausweichquartier - dem Altbau des Broicher Gymnasiums an der Ritterstraße - bleiben. Nach ihrem Auszug könnte dort vielleicht eine Kita untergebracht...
Vermeulen nimmt erste Hürde
Politik
Der Kreisvorstand der Krefelder CDU schlägt den Mülheimer Bau- und Planungsdezernenten Peter Vermeulen einstimmig für die Oberbürgermeister-Kandidatur vor. Eine Delegiertenversammlung im Januar soll Vermeulen nominieren.
Mülheimer Stadtrandperle schließt zum Jahresende
Innenstadt
Die Angst vor der Großbaustelle ist ein Grund, warum Floristin Petra Neitzel ihr Geschäft an der Althofstraße aufgibt. Damit verliert die Innenstadt auf einen Schlag zwei „Stadtrandperlen“. Die verbleibenden Händlerinnen hingegen wünschen sich etwas mehr Gelassenheit.
Urnengräber werden eingeebnet
Ihr Tipp – unser Thema
Eine Witwe wartet seit dem April darauf, dass ein Urnenfeld auf dem Mülheimer Altstadtfriedhof eingesät wird. Das Grünflächenamt erinnert daran, dass sechs Monate gewartet werden müsse, bis sich die Erde wieder gesetzt hat.
Umfrage zur VHS
Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

 
Fotos und Videos
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Ferientipps im Herbst
Bildgalerie
Herbstferien
Night for Masters
Bildgalerie
Voll auffe Omme