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Weltgästeführertag

Hinter Tür und Tor

09.02.2012 | 18:15 Uhr
Hinter Tür und Tor
Foto : Andreas Köhring

Mülheim.Hinter Türen und Toren lässt sich so einiges entdecken. Etwa das neoklassizistische Treppenhaus in der Backsteinschule. Oder ein altes Hinterhaus aus der goldenen Zeit der frühen Industrialisierung im 19. Jahrhundert – da war Mülheim zeitweise die größte Stadt des Ruhrgebiets. „Durch Tür und Tor“ heißt das diesjährige bundesweite Motto des Weltgästeführertags. Eine einstündige Tour am Samstag, 19. Februar, haben die Gästeführer der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) organisiert.

Mülheim ist die einzige Kommune, die sich im Programmheft des Bundesverbandes der Gästeführer unter der Überschrift „Ruhrgebiet“ findet. „Wir machen immer mit“, kommentiert Marc Baloniak, MST-Abteilungsleiter für Tourismus: „Es ist ein Schnupperangebot. So können die Besucher die Arbeit der Gästeführer kennen lernen.“

Architektonische Seltenheit

Los geht die Führung um 14 Uhr vor der „Mausefalle“ an der Bogenstraße. Der genaue Verlauf des Rundgangs ist noch geheim, da er eine Überraschung für die Besucher sein soll. Auf dem Programmplan stehen Geschichte und Geschichten rund um Türen und Tore – auch solche, die sonst verschlossen sind. Wie die Tür zum Hinterhof eines Privathauses an der Straße Hagdorn.

Hier steht ein altes Hinterhaus aus der Zeit der frühen Industrialisierung. Eine architektonische Seltenheit in der Stadt, denn viele gleichartige Gebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Hinterhof wird den Besuchern von der Zeit erzählt, in der die Industrie einen starken Aufschwung erlebte, es in Mülheim nicht genügend Platz für die vielen Einwohner gab und daher die ‘Häuser in zweiter Reihe’ errichtet wurden.

Die zwölf Gästeführer, freiberufliche Mitarbeiter der MST, sind zugleich im Bundesverband organisiert. Seit 2001 führen sie Bürger und Besucher durch die Stadt. Die MST bietet neben individuellen Gruppenführungen das ganze Jahr über öffentliche Touren an, zu denen sich jeder anmelden kann.

Die Tour ist kostenfrei

„Das sind Stadtrundgänge, Stadtrundfahrten oder auch Ruhrgebietstouren“, erklärt Baloniak. „Insgesamt haben wir 44 Termine in diesem Jahr.“ Im letzten Jahr nahmen 233 Menschen an einem Stadtrundgang teil, 225 an einer Busfahrt und 100 an einer Ruhrgebietstour. 58 Mal wurde eine individuelle Gruppenführung gebucht. Außerdem gab es 28 Kinder-Rundgänge.

Die Tour anlässlich des Weltgästeführertages ist kostenfrei. Normalerweise zahlen die Besucher zwischen vier Euro für einen einstündigen Stadtrundgang und 32 bis 34 Euro für eine Ruhrgebietstour inklusive Eintritt.

Pirkko Gohlke

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