Hilfloses (Ver)irren rund um die Zeppelinstraße
08.06.2011 | 18:27 Uhr 2011-06-08T18:27:00+0200
Mülheim.„So extrem schlecht ist bislang noch keine Baustelle ausgeschildert worden“, empören sich Anwohner rund um den Oppspring und an der Zeppelinstraße. Man könne dabei zusehen, wie sich Autofahrer hilflos verirrten. Vor allem auswärtige Autofahrer endeten häufig weit hinter den aufgestellten Verbots- und Einbahnstraßenschildern in engen Gassen, wo es nicht weitergeht. 22 Baustellen weist die Stadt aus, keine ist so umstritten wie die an der Zeppelinstraße Richtung Flughafen.
Es sei eine Katastrophe, schimpft eine Mülheimerin, die aus dem Urlaub zurückgekehrt ist und gedacht hat, sie komme nicht mehr zu ihrem Haus. Alles übertrieben? Selbst jene, die Mülheim wie ihre Westentasche kennen, sagen, dass die Umleitung auf den ersten Blick nicht leicht zu durchschauen sei.
„An der Stelle ist man völlig unkoordiniert vorgegangen“
Der Ortsvereinsvorsitzende der SPD Holthausen/Raadt, Rolf Biermann, der direkt an der Zeppelinstraße wohnt, kann den Unmut verstehen: „An der Stelle ist man völlig unkoordiniert vorgegangen“, kritisiert er. Monatelange Gleisarbeiten, seit Wochen andauernde Kanalarbeiten auf dem parallelen Oppspring und die zusätzliche Sperrung einer kleinen Umgehung setzten das Viertel matt. Der Ortsteil Raadt und der Flughafen, so Biermann, seien nur noch über Heißen und die Mendener Straße zu erreichen. Hätte man die Baustelle auf der Zeppelinstraße zwei, drei Monate nach hinten geschoben, wären die Probleme geringer, ist der SPD-Mann überzeugt, der sich Proteste der Anwohner anhören muss.
Ende Mai haben die Bauarbeiten von der Einmündung Dinnendahls Höhe bis 150 Meter hinter der Kreuzung Holthauser Höfe begonnen. Bis Anfang August werden sie dauern. Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft führt dort Gleisarbeiten durch. Auf einer Strecke von 400 Metern werden die Schienen erneuert. „Die alten Gleise sind 20 Jahre alt, haben sich durch den starken Verkehr immer wieder gelockert“, sagt MVG-Sprecher Olaf Frei. Auf Schotter seien die Gleise damals gelegt worden, die neuen bekommen eine Betonschicht als Halt. „Wir werden dann dort 30 Jahre Ruhe haben“, so Frei. Rund 800 000 Euro investiert die MVG in die Erneuerung des Strangs.
Haltestellen wurden verlegt, Ersatz-Haltestellen eingerichtet, ausgeschildert. Der Individualverkehr in Fahrtrichtung Hauptfriedhof wird großräumig ab Oppspring über die Obere Saarlandstraße, Untere Saarlandstraße, Mendener Straße und Steinknappen umgeleitet. In Fahrtrichtung Oppspring stadteinwärts kann die Zeppelinstraße weiterhin befahren werden.
Stadt hält Kritik für nicht gerechtfertigt
Eine andere Möglichkeit, um die Sanierung durchzuführen, sah man bei der MVG nicht. Den Verkehr, nur zeitlich versetzt über eine Spur, in beide Fahrtrichtungen zuzulassen, hätte aus Sicht der Stadt zu Rückstaus ungeahnter Länge geführt. Immerhin ist die Zeppelinstraße eine der großen Ein- und Ausfahrten von Mülheim.
Die Stadt hält die Kritik auch für nicht gerechtfertigt. Man führt die Verirrung auf den Gewohnheitseffekt zurück, Schilder würden nicht beachtet. Doch davon, so Stadtsprecher Volker Wiebels, seien etliche aufgestellt worden, und große. Bereits auf der Kaiserstraße in Höhe vom Haus des Sports etwa werde auf die Umleitung über die Reichspräsidentenstraße Richtung Obere Saarlandstraße hingewiesen. Und auch danach setze sich die Ausschilderung deutlich fort. Augen auf!, lautet daher der Appell an die Autofahrer.
Doch nicht nur Richtung Flughafen gibt’s Probleme. Auch stadteinwärts kann es auf der Zeppelinstraße sehr eng werden, und das ganz plötzlich: Eine der günstigen Tankstellen der Stadt hatte dort Anfang der Woche den Super-Preis auf 1,50 Euro gesenkt. Der Rückstau schob sich bis auf die Straße, wo dann gar nichts mehr ging – bis die Polizei als Retter kam.

10:55
In Mülheim weiß eben niemand mehr, wo es lang geht.
22:20
#4
Der neue Radweg ist echt der Knaller. Wahrscheinlich der erste 2-spurige Radweg (der alte auf dem Bürgersteig und der neue mit extra breitem Streifen) in Deutschland.
22:02
Also der Stau dort ist jetzt jeden Nachmittag und hat also nichts mit der Tankstelle zu tun. Denn die Ampelschaltung wurde ebenfalls verändert und deutlich gekürzt, vielleicht um weniger Rückstau in der Baustelle zu schaffen? Dafür steht man im Berufsverkehr bis beinahe zur Tanzschule. Dann den Steinknappen runter, unterhalb dessen in dieser Woche eine neue Verkehrsbremse geschaffen wurde. Einen Radweg auf der Mendenerstraße und dann noch die Abbiegespur auf die Brücke auf 2 Fahrezuge zu verkürzen und die gesamte Straße deutlich zu verengen, der Planer muss besoffen gewesen sein. Nun steht man dort, auch dank der Parkkünste der Ruderfreunde, bis beinahe zum Steinknappen, ich wünsche mir beinahe die Baustelle dort zurück, da gings schneller. Wahrscheinlich eine groß angelegte Werbekampanie für den ÖPNV...
20:19
Man kann sehr gut beobachten wie Autofahrer trotz zahlreicher Schilder wie blöd vor der Baustelle stehen.Was ist denn an den Verkehrszeichen 250(Verbot für Fahrzeuge aller Art) und Zeichen 267(Verbot der Einfahrt) so schwer zu verstehen? Aber HUCH! Plötzlich steht der Fahrer vor einer Schranke...
20:16
So ganz furchtbar ist das ganze nun auch nicht. Man folge den Schildern mit dem grossen U; und alles wird gut
19:22
Komisch.
Als die gesamte Zeppelinstr. vor 3 oder 4? Jahren inkl. des Schienenbettes (B1 bis Netto-Markt) erneuert wurde, war die Straße in beiden Richtungen zu befahren.
Und das hier an einer Stelle (vor der TOTAL) gearbeitet wird, die bereits saniert war, stellt sich doch die Frage, warum das so ist. Pfusch?