Hilfering für Mobbing-Opfer soll her
23.10.2009 | 12:00 Uhr 2009-10-23T12:00:00+0200Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beobachtet, dass immer mehr ihrer Mitglieder Opfer von betrieblichem Mobbing sind. Jetzt soll im Bezirk Mülheim-Oberhausen ein Hilfering für Betroffene organisiert werden.
„Wir beobachten, dass das Phänomen Mobbing und kritische Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz zunehmen”, sagte am Donnerstag Detlef Schmidt, im Verdi-Bezirk zuständig für den Rechtsschutz. Die Ausmaße seien mittlerweile „erschreckend”, die Arbeitsfähigkeit von betroffenen Mitarbeitern sei auf Dauer gefährdet. Auswirkungen des Mobbings könnten gar bis zum Selbstmord reichen.
Schmidt ist mit halber Stelle auch im Verdi-Bezirk Emscher-Lippe-Süd im Rechtsschutz tätig und hat dort einen Mobbing-Hilfering mit auf die Beine gestellt, den Verdi nun auch für Mülheim und Oberhausen aufbauen will. Ziel sei es, Ärzte, Therapiestellen, einzelne Therapeuten und Experten der Sozialversicherungsträger in diesem Ring zu organisieren, um Mobbing-Opfern durch Beratung Auswege aus ihrer misslichen Situation aufzuzeigen und sie zu unterstützen. Ferner strebt Verdi an, über Betriebs- und Personalräte Vereinbarungen mit Arbeitgebern zum Thema Mobbing abzuschließen.

02:37
In einer fortgeschrittenen Mobbingsituation helfen dem Opfer nur effektive juristische Schritte (z.B. Androhung rechtlicher Schritte, Klage auf Unterlassung, Schadensersatzforderungen, Strafanzeigen). Es erstaunt deshalb sehr, dass in dem Bericht nicht erwähnt wird, dass zu den Mobbingberatungen auch Juristen hinzugezogen werden. Also das Übliche?: ver.di will Rechtsschutzkosten sparen - und verrät die Mitglieder und die bitter erkämpften Arbeitnehmer- und Menschenrechte? Dass die von Mobbing betroffenen ver.di-Mitglieder ihren Job und oft auch ihre Beziehungen, ihre Arbeitsfähigkeit und ihr Einkommen - und in nicht wenigen Fällen auch ihr Leben - verlieren, wird hingenommen? Die Beratung bezieht sich auf die deshalb zu beantragende Erwerbsminderungsrente? Die ver.di-Funktionäre sonnen sich in ihrem Ruhm als Helfer bei Mobbing - und lassen die Mobber weitermachen? Wo sind die Musterprozesse, die ver.di bis in die obersten Gerichte treibt, um gegen das Mobbingunwesen anzugehen? usw. usw.
(Ich kann nur jedem ver.di-Mitglied raten, sich nicht auf den von dieser Gewerkschaft angebotenen Rechtsschutz zu verlassen!)
20:33
Mobber treten zur Seite oder nach unten und schleimen nach oben, so meine Erfahrung.
Solche Zuträger sind bei vielen Vorgesetzten beliebt. Ohne fiese Tricks hätten diese Leute meist wenig Chancen. So bleiben vielfach die schlechter Qualifizierten, woran ein Betrieb langsam aber sicher zugrunde geht. Im subventionierten öffentlichen Dienst spielt das allerdings eine untergeordnete Rolle.
Ich habe wenig Hoffnung, dass in Sachen Mobbing Gerechtigkeit walten wird. Wie heißt es doch nur die Harten kommen in den Garten.
14:13
Ferner strebt Verdi an, über Betriebs- und Personalräte Vereinbarungen mit Arbeitgebern zum Thema Mobbing abzuschließen.
Was soll das denn bringen?
Solche Vereinbarungen gibt es in verschiedenen Betrieben schon.
Sie wurden irgendwann einmal (aus welchen Gründen auch immer) in die Welt gesetzt und verstauben nun zwischen all den anderen Vereinbarungen.
Eine Hilfe für Mobbing-Opfer stellen sie jedenfalls nicht dar.
Meiner Meinung nach sollte in den Betrieben dafür gesorgt werden, dass der Mobbende unverzüglich den Hut nimmt! Auch sollte dessen Verhalten entsprechende Auswirkungen auf das Altersruhegeld bzw. die evtl. Zahlung von Abfindungen etc. haben.
Jedenfalls sollten solche Personen nicht ungestraft davon kommen.