Helau am Bau

Mann staunt. Altweiber und keine Schere in Sicht, die die eigens für diesen Tag angelegte Krawatte des Karnevalsreporters kürzen könnte. Doch dann ist es soweit. Drei Waldfrauen (Bärbel, Ina und Ramona) holen ihre Schere raus. Und dann wird erst mal geschunkelt und gebützt. Was will Man(n) mehr. Auch die beiden Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Hüßelbeck und Heinz-Werner Czeczatka-Simon müssen als Krawattenträger auf der Bühne herhalten und die Lücke schließen, die Bürgermeister Markus Püll hinterlassen hat. Beide werden von höchster Stelle (Prinzessin Lisa und Kinderprinzessin Josie Marie) beschnitten. Stadtdirektor Frank Steinfort hat sich zur Feier des närrischen Weibertages als schwarzes Gespenst verkleidet und damit der Krawattenfrage elegant entzogen.

Weil Mülheim so viele Baustellen hat, treten die von Elli Schott angeführten Möhnen diesmal als Bautrupp auf und machen auch die Oberbürgermeisterin nach ihrer unvermeidlichen Niederlage gegen Prinz Max (es geht um das Zusammensetzen eines Baustein-Puzzles, das den Rathausturm zeigt) zu einer der ihren. Als Super-Daggi vom Bau soll sie mit den närrischen Weibern dafür sorgen, dass einige Baustellen der Stadt über die tollen Tage abgearbeitet werden. Wer es glaubt, wird selig oder närrisch, was derzeit ja auf dasselbe hinausläuft.

Das Arbeiten überlassen die Möhnen an ihrem Feiertag aber den Männern. Und die machen nur zu gerne mit. Der Präsident der KG Blau Weiß, Thomas Straßmann, besingt den flotten Karneval im Pott. Das Männerballett der KG Düse bringt die närrischen Weiber als tanzende Holzhackerbuben in Lederhosen auf Touren, vor allem als die Herren ihre karierten Holzfällerhemden (aber Gott sei Dank nicht mehr) ablegten.

Und Prinz Max? Er zeigt sich als Prinz Charming: „Hallo, ihr schönsten Frauen der Welt. Wir haben für schönes Wetter gesorgt und ihr sorgt jetzt für tolle Stimmung.“

Und dann erpuzzlet er sich die Stadtschlüssel. Kein Wunder, dass er gewinnt. Denn Kinderprinz Leon Maurice betätigt sich auf der Gegenseite als Saboteur und stibitzt Mühlenfeld immer wieder ein Puzzelteil. Dieser Schlingel. Während die OB und ihre beiden Bürgermeisterinnen Ursula Schröder und Margarete Wietelmann noch alles geben, nimmt sich Ober-Möhne Elli Schott schon mal den großen Stadtschlüssel und meint: „Ich wollte immer schon mal an der Macht sein.“

Die OB kontert gelassen: „Diese Niederlage nehme ich gerne hin. Ihr seid in Amt und Würden nun und werdet sehen. Es gibt jede Menge zu tun“, gibt sie den Möhnen und Tollitäten mit auf den Weg durch ihre Regentschaft.