Das aktuelle Wetter Mülheim 20°C
Telefonaktion

Harnsteine und ihre Behandlung

30.03.2012 | 09:00 Uhr
Harnsteine und ihre Behandlung
Prof. Dr. Berthold Schneider und Dr. Tim Schneider (l.) am WAZ-Telefon in der Redaktion.Foto: Christoph Reichwein

Mülheim. Wenn Patienten mit einem akuten Harnstein -Problem in die Praxis kommen, kann beinahe schon „der Pförtner die Diagnose stellen“, meint Dr. Berthold Schneider : So typisch sei das äußerst schmerzvolle Leiden, was in den letzten Wochen und Monaten täglich ein, zwei Patienten ins die Mülheimer Praxisklinik Rhein Ruhr brachte. Ein Grund für die Urologen, den WAZ-Leserinnen und Lesern ärztlichen Rat am Telefon anzubieten.

Akut belastete Patienten haben natürlich nicht angerufen – „diese werden bei uns als Notfall behandelt“ – aber dennoch gab es etliche Fragen. So wollte eine Anruferin wissen, wie die Laserbehandlung bei Steinen funktioniert. Dr. Berthold Schneider erklärte ihr, dass ein aus der Niere herausgespülter Harnstein für kolik­artige Schmerzen sorgt, wenn er in der Harnröhre festsitzt und der Urin sich anstaut. Ultrafeines Harnleiterspiegelgerät werde via Harnröhre und Blase eingeführt, und mit dem Laser werde der Stein dann zertrümmert und herausgezogen. „Das machen wir unter Vollnarkose “, so der Urologe.

Muss man Nierensteine behandeln?

Die Laserbehandlung könne 15 Minuten bis eineinhalb Stunden dauern. „Je nachdem, wie groß oder hartnäckig der Stein ist“, so Berthold Schneider. Auch von außen, („extrakorporal“) kann Nierensteinen erfolgreich mittels einer Stoßwellentherapie zu Leibe gerückt werden.

Muss man Nierensteine behandeln? Es kommt darauf an, so die Antwort der Urologen. Berthold Schneider empfiehlt, dass Menschen, die eine längere Reise planen, oder lange Zeit im Ausland verbringen, die Steine, auch wenn sie erst einmal keine Schmerzen machen, entfernen lassen. Damit sie nicht ausgerechnet dann zum Problem werden, wenn das nächste Krankenhaus weit weg ist.

Behandlung nicht immer nötig

„Die meisten Steine“, sagt Dr. Berthold Schneider, „werden zufällig gefunden.“ Zum Beispiel beim Gesundheitscheck alle zwei Jahre. Manchmal kann ein Orthopäde auch keinen Grund für die Rückenschmerzen finden, und schickt den Patienten vorsichtshalber zum Urologen, ergänzt Dr. Tim Schneider. „Auch ein Nachweis von Blut im Urin kann ein Hinweis auf einen Stein sein“. Deshalb machten Urologen bei einem Verdacht zunächst eine Ultraschallaufnahme. Man müsse übrigens nicht jeden Stein behandeln: „Kleine Steine gehen auch von selbst mit dem Urin ab“, weiß er.

Wenn die Steine erst mal in der Blase gelandet sind „kommen sie auch von alleine raus“, so Tim Schneider. Bei einer Kolik sollte man mit dem Arztbesuch nicht warten. Nicht nur, weil die Schmerzen kaum zu ertragen sind: Komme ein Infekt dazu, drohe eine Blutvergiftung, und damit Lebensgefahr, erklärt er am Telefon.

Bettina Kutzner

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Galopprennen
Bildgalerie
Fotostrecke
Public Viewing im Ruhrgebiet
Bildgalerie
EM 2016
article
6510340
Harnsteine und ihre Behandlung
Harnsteine und ihre Behandlung
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/harnsteine-und-ihre-behandlung-id6510340.html
2012-03-30 09:00
Mülheim, WAZ, Lesertelefon, Harnsteine, Nierenstein, Behandlung, Diagnose, WAZ-Telefonaktion
Mülheim