Grüne: Jugendstadtrat braucht einen Neustart

Enttäuscht über die geringe Beteiligung bei den Wahlen zum Jugendstadtrat zeigen sich die Grünen. Die Wahlbeteiligung lag gerade mal noch bei 7,7 Prozent. Nicht einmal 1000 der rund 12 000 Wahlberechtigten jungen Leute im Alter von 14 bis 21 Jahren hatten sich beteiligt (wir berichteten). „Das ist“, sagt Fraktionsvize Franziska Krumwiede, „ein herber Rückschlag. Schade, dass so wenige die gebotene Gestaltungsmöglichkeit wahrnehmen.“

Leid tue es ihr um jene Jugendliche, die sich in den letzten Jahren mit beeindruckender Leistungsbilanz in die Arbeit einbrachten. Sie hätten in lobenswerter Manier durchgehalten, obwohl viele Mitstreiter weggebrochen seien. „Ihnen“, so Krumwiede“ „gebührt besonderer Dank.“

Dass es Optimierungsnotwendigkeiten gebe, habe sich vor kurzem bei einem Austausch mit Kevin Florian Pelz, dem Sprecher des Jugendstadtrates, gezeigt. Angesichts oft hoher Zeitbelastung von Jugendlichen müsse das Mandat attraktiver werden. Zu oft würden die Aktiven von den Fachverwaltungen unter Hinweis auf angebliche Nicht-Machbarkeit ausgebremst. „Warum“, fragt Saskia Strasdat von den Jungen Grünen, „bekommen die Mitglieder des Jugendstadtrates eigentlich keine Sitzungsgelder wie sachkundige Bürger? Das ist mangelnde Anerkennung.“ Zudem liege es an Schulen und künftigen Arbeitgebern, Engagement im Jugendstadtrat zu würdigen. Auch sei nach Verfahren zu suchen, die Kluft zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern sowie älteren und jüngeren Mitgliedern zu überwinden. Ein digitales Wahlverfahren, so Saskia Strasdat, könne zudem die Beteiligung erhöhen.

Krumwiede: „Der Jugendstadtrat ist nicht tot, bedarf aber eines Neustarts.“