Großflughafen könnte Lärm in Mülheim mindern
16.10.2007 | 14:03 Uhr 2007-10-16T14:03:58+0200Positives Echo auf Forderung der Wirtschaft.Netzwerk: Düsseldorf auf das Nötigste beschränken
Die Forderung des Initiativkreises Ruhrgebiet, in NRW einen zusätzlichen Großflughafen zu bauen, stößt in Mülheim auf ein positives Echo.
"Es macht Sinn, die Flughäfen zu konzentrieren, so wie es der Masterplan der Bundesregierung vorsieht", erklärt Waldemar Nowak. Nach Einschätzung des Sprechers des Netzwerks Bürger gegen Fluglärm werfe der Airport in Düsseldorf "nur noch Probleme" auf. Als reiner Stadtflughafen stoße er längst an seine Grenzen. Neben dem Neubau eines europäischen Drehkreuzes kann sich Nowak aber auch vorstellen, dass Düsseldorf verstärkt mit anderen Airports kooperiert und die Billigflieger ins niederrheinische Weeze ausgliedert.
Beide Lösungen würden für das Ruhrgebiet eine deutliche Lärmentlastung bringen. Der Netzwerk-Sprecher: "Gerade Mülheim wird von zwei Stadtflughäfen bedient. Der Lärm hat massive Auswirkungen auf die Gesundheit." Nach Nowaks Einschätzung müsse sich Düsseldorf "auf das Nötigste" beschränken, auch wenn der Flughafen dann nicht ökonomisch betrieben werden könne. Der Netzwerkler: "Die Bürger dürfen nicht länger die Zeche für die Wirtschaftlichkeit bezahlen." Reiner Eismann, Geschäftsführer des Flughafens Essen/Mülheim, begrüßt, dass eine Debatte über die Zukunft des Luftverkehrs im Lande eingesetzt hat. "Es muss geklärt werden, welche Funktion jeder Platz hat", sagt Eismann. Denn es zeichne sich ab, dass kleine Geschäftsflieger in Düsseldorf zu den Tagesrandzeichen immer weniger Start- und Landungsmöglichkeiten haben. Der Geschäftsführer: "Essen/Mülheim steht als Satelliten-Flughafen für andere zur Verfügung." Jürgen Schnitzmeier, Chef der Mülheim & Business GmbH, rät dazu, das Signal aus der Wirtschaft aufzugreifen: "Es dokumentiert die Bedeutung des Luftverkehrs für den Investitionsstandort NRW", meint der Chef-Wirtschaftsförderer. Es gebe immer Bestätigung dafür, dass die Infrastruktur ein Standortvorteil ist. Schnitzmeier: "Wir müssen die Einschätzung der Wirtschaft akzeptieren, dass für sie der Luftverkehr immer wichtiger wird." Denn: "Nicht alles geht über das Internet." Auch wenn der Ruf nach einem Großflughafen aus der Ruhrgebiets-Wirtschaft komme, glaubt Schnitzmeier nicht daran, dass er sich im Revier verwirklichen lasse.

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