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Flughafen-Führungen

Große Welt im Kleinen

05.04.2009 | 19:10 Uhr

Führungen über den Flughafen Essen/Mülheim sind gefragt. Denn sie erlauben einen Blick hinter die sonst aus Sicherheitsgründen verschlossenen Kulissen.

Das Gebäude ist nicht viel größer als ein Bürokomplex. Auf den gläsernen Doppeltüren am Eingang steht Ankunft (Arrival) auf der einen, und Abflug (Departure) auf der anderen Seite. Und damit jeder weiß, wo er ist, verrät das blaue Euro-Schild: Bundesrepublik Deutschland. Genauer: Wir sind auf dem Flughafen Essen-Mülheim. Und der gestaltet sich kommod.

Vor dem Eingang parkt ein silberner A8 mit Fahrer. Wenig später ist der Mann auf dem Flug-Vorfeld zu sehen, wo er den „Chef” samt Gepäck direkt von der Maschine in das Auto packt. In der Abflughalle, eher ein Hällchen, ist bei der Abfertigung, dem Check-in, am Samstagnachmittag niemand. Was für gemütliche Zustände, wenn man an die laute Hektik auf den großen Flughäfen denkt. Ruhe. Mal abgesehen von den wenigen Starts und Landungen am diesem lauen Samstagnachmittag.

Einige Gäste sitzen im Restaurant gleich nebenan oder schon draußen auf der Terrasse, beobachten die Cessnas, Pipers und anderen Propellermaschinen, die an die kleine Tankstelle fahren oder einfach nur auf eine andere Position rollen. Im Gegensatz zu Düsseldorf ticken die Uhren langsamer und längst nicht so laut. Es ist eine Stimmung, fein ausbalanciert zwischen gedrosselter Betriebsamkeit und friedlicher Idylle mit der Natur als Kulisse. Der Duft der großen weiten Welt im Kleinen.

Apropos Betriebsamkeit: Mehr Menschen als erwartet stehen vor dem Tor. Es ist an diesem Samstag schon die zweite Gruppe, die Heinz Schlosser und sein Kollege übers Flughafengelände führen. Klaus Linke ist mit dem Fotoapparat startklar. „Ich kenne den Flughafen schon sehr lange und mich interessiert, wie er sich verändert hat.” Aus Kettwig sind zwei Damen gekommen. „Einfach mal so aus reiner Neugier.” Wie fast alle, die von der Faszination Fliegen gepackt sind.

Man weiß, dass der Airport umstritten ist, dass es Gegner und Befürworter gibt. „Aber warum soll man das nicht im kleinen Rahmen machen”, fragt die Frau aus Kettwig. Mit Sohn Felix (5) und Töchterchen Paula (auch fünf, aber Monate) im Tragetuch wollen Thorsten und Elke Deichmann sehen, wie alles funktioniert. Thorsten Deichmann findet die Führungen gut. Ein Angebot, „das es leider zu wenig gibt. Der Flughafen hätte viel größere Bedeutung, wenn man mehr über ihn wüsste”.

Genau das wollen Heinz Schlosser und seine Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft Flughafen und Ökologie Essen-Mülheim mit ihren Führungen erreichen. Dabei macht Schlosser seine Position unmissverständlich deutlich: pro Flughafen. Ökologie und Flugverkehr - geht das zusammen? „Ja sicher”, sagt Schlosser. „Weil die Fläche nicht bebaut werden darf, bleibt den Städten Mülheim und Essen eine Kaltluftschneise erhalten.” Und die Tier- und Pflanzenwelt könne sich auch frei entfalten.

Schlosser und sein Kollege führen übers Gelände, zeigen Fahrzeuge und Gerätschaften, die ein Airport so braucht. Danach gibt's eine Rundtour und einen Abstecher in die Flugzeughalle und in den Tower. So erfahren die Besucher, dass es nicht nur eine Feuerwehr gibt, sondern dass das Bodenpersonal ausgebildete Feuerwehrleute und Handwerker sind. Was auch wenig bekannt, aber ein wichtiger Punkt sei, so Schlosser: „Wir sind Ambulanzflughafen.” Er erzählt von schnellen Organanlieferungen und Herzinfarktpatienten. Beantwortet Fragen und erläutert, dass der Flughafen von den Städten Mülheim und Essen sowie vom Land NRW betrieben wird, und im letzten Jahr einen Zuschussbedarf von 600 000 € hatte, denen aber rund 2,5 Mio Euro allein an Gewerbesteuern gegenübergestanden hätten.

Die Besucher sehen u.a. ein Ungetüm mit Stahlbürsten zum Rollfeld freiräumen, den neuen Follow-me-Wagen oder erfahren die vier Möglichkeiten, wie man eine Vereisung eines Flugzeugs verhindern kann, und dass der Airport viel von Geschäftsleuten aus der ganzen Region genutzt wird. Geschäftsreiseverkehr wie jetzt auch wieder zur Techno-Classica-Messe in Essen. „Wir hatten in den letzten Tagen einen enormen Flugbetrieb.”

In den Nobeljet, die „Citation CJ3”, weiß und mit silbern beheizbaren Tragflächen passen zehn Passagiere und zwei Piloten. Auch dieses fast neue Geschäftsdüsenflugzeug, das neben Hubschraubern in der Flugzeughalle steht, kann gechartert werden. Bis 14 Tonnen Gewicht dürfen Flugzeuge in Mülheim starten und landen. Auf Wunsch „durch ganz Europa fliegen”. Da gleiten die Segelflieger geräuschlos über den politischen Turbulenzen in aufgeladener Atmosphäre.

Margitta Ulbricht

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Kommentare
07.04.2009
17:51
Große Welt im Kleinen
von Joachimµ | #15

einle, du begreifst es einfach nicht ....

hättest du wohl gerne, dass alle, die nicht der SPD nach dem Mund reden, SED-Freunde sind.

Nur leider ist das nicht so. Da gibt es enttäuschte Linke und Gewerkschaftler, die jetzt bei der Linkspartei ihr Glück suchen, bürgerliche Wähler, denen es stinkt, dass Frau Mühlenfeld ihr Amt als verlängerter Arm der SPD-Parteizentrale versteht und schließlich solche, die meinen, dass der ganze SPD-Genossen-Filz mal gehörig ausgemistet werden muss.

Von denen wählen wahrscheinlich manche die Linke, eine ganze Reihe CDU, manche grün, einige MBI, einige FDP.

Nur SPD wählt von denen keiner, denn noch mehr SPD in Mülheim kann ja kein vernünftiger Mensch wollen.

alles klar ?

07.04.2009
16:10
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von Matthias.Kiesel | #14

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07.04.2009
16:09
Große Welt im Kleinen
von einle | #13

reinera, ich wusste gar nicht, dass Sie von da unten aus überhaupt ein höheres Niveau erkennen können. Respekt!

07.04.2009
15:35
Große Welt im Kleinen
von reinera | #12

Hallo einle und horst36,

Ihr beiden als Flugplatzbefürworter habt ja echtes Niveau. Wenn der Rest der Piloten und Flugschüler - Passagiere gibt es ja keine - genauso drauf ist, dann muss schnellestens der Flugplatz wegen öffentlicher Gefahr geschlossen werden.

07.04.2009
15:27
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von miriamlessmann | #11

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07.04.2009
13:30
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von miriamlessmann | #10

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07.04.2009
12:01
Große Welt im Kleinen
von einle | #9

Na, dass Sie von rein gar nichts eine Ahnung haben, lieber einle_wir_kennen_Dich - hinter welchem Aliasnamen sich der SED-Freund baumjohann versteckt - beweisen Sie ja jeden Tag in Ihren Beiträgen. Ihnen geht es ja auch gar nicht um Wissen, sondern um dumpfe Agitation für Ihre Stasi-Nachfolgepartei.
Für den Rest der Mülheimer, der zum Glück eigenständig denken darf und daher demokratisch wählt: Die jährlichen Gewerbesteuereinnahmen in Mülheim durch die WDL-Gruppe betrugen rund 2 Millionen Euro.
Das sind natürlich Peanuts, liebe DDR-Nostalgiker, im Vergleich zu den 4,8 Milliarden, die eure Partei 1989/90 dem Volk gestohlen und ins Ausland verschoben hat und die jetzt eure Kampfkasse bilden. Da kann man verstehen, dass ihr von zwei Millionen nichts wissen wollt. Wer es halt so dicke hat.....

06.04.2009
14:53
Große Welt im Kleinen
von einle_wir_kennen_Dich | #8

tja einle, Pech gehabt, die Schule an der Raadter Straße liegt in Essen :-) , würde also von irgendwelchen Wüllenkemperschen Gewerbesteuereinnahmen ja gar nicht profitieren...

... aber ihr Sozis nehmt es ja bei den Schulen nicht immer so ganz genau ...

HAHAHAHA .. hahahaha ...

und jetzt erklären sie uns doch bitte, welche WDL-Gesellschaft denn 2 Mio. Euro Gewerbesteuer abführen soll, wir kennen da nämlich keine ...

einle = daniben

06.04.2009
14:23
Große Welt im Kleinen
von einle | #7

Reinera ist ja quasi parteipolitisch in der Pflicht, Unsinn zu verbreiten. Die 2,5 Mio Gewerbesteuereinnahmen aber der Musikschule zuzuordnen, übersteigt selbst die Glaubensbereitschaft von Leuten, die in der 5. Klasse von der Hauptschule abgegangen sind. Soll diese Lügerei davon ablenken, dass 2 Mio von Wüllenkemper kommen - und künftig dank der CDU und ihres Wunsch-Koalitionsparters MBI künftig nicht mehr ins Stadtsäckel fließen? Dann bleibt eben auch das Schuldach an der Raadter Straße unsaniert. Ich wäre ja dafür, reinera und diese ganze Bagage der Häusle- und Villenbauer-Freunde am Flughafen mit einer Zwangssteuer zu belegen. Einfach ein zusätzliches Anti-Flughafen-Kreuzchen am Tag der Kommunalwahl und schon ist jeder von denen mit sagen wir mal 10.000 Euro Schadensersatz mit dabei. Bei MBI-, Grünen- und CDU-Mitglieder wird das gleich mit dem Partei-Jahresbeitrag automatisch eingezogen. Damit kämen wir auch hin, denn mehr als 200 Leute stark ist diese Verhinderungsmafia vermutlich sowieso nicht.

06.04.2009
09:42
Große Welt im Kleinen
von realist_mh | #6

Ich hab voe Jahren auch schon mal so eine Führung gemacht, ganz interessant. Bin auch schon mal mit einem der Blimps mitgeflogen, ein teurer aber, großer Spaß....

Trotzdem ist das mit den 2,5 Mio. Euro Gewerbesteuereinnahmen natürlich völliger Blödsinn. Man sollte die Gebühren soweit erhöhen, bis das 600.000 Euro Loch gestopft ist. Und dann alles so lassen wie es ist.

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