Griechische Impulse für die Altstadt

Die Altstadt erwacht zu neuem Leben: An der Bachstraße eröffnet nächste Woche der „Fasskeller“. Zwei Jahre steht das Lokal leer. Jetzt will Christos Tassios dafür sorgen, dass dort Kneipenkultur gelebt wird, wie sie in der Altstadt eigentlich Tradition ist. Und der Name ist da auch schon Programm: Fasskeller - das klingt rustikal und urig. Genauso sieht auch das Mobiliar aus - holzvertäfelt. „Es soll eine Kneipe werden, so wie man sie von früher her kennt“, sagt Tassios. Und fügt gleich hinzu: „Wir suchen nach Stammtischen, die sich bei uns treffen möchten. Dart wird es auch geben. Wer spielen will, der ist willkommen. Und einen Sparclub soll es auch geben.“

Am wichtigsten ist aber natürlich die Bier-Frage: Es gibt König Pilsener. Auch Früh Kölsch kann getrunken werden. Mit Alt-Brauereien ist Tassios noch in Verhandlungen. Dazu sollen auch Speisen angeboten werden - in kleinen oder auch größeren Portionen. Niemand muss also beim Bier verhungern, aber Tassios stellt klar, eine Speisegaststätte solle der „Fasskeller“ nicht sein.

Die gibt es nur wenige Meter weiter am Hagdorn. Dort betreibt nämlich Tassios seinen zweiten gastronomischen Standort: „Der Grieche“, so heißt das Restaurant. Hier ist der 37-Jährige schon seit längerer Zeit der Wirt. Es arbeitet auch sein Bruder Alexandros mit. Seine Frau Maria, hat wie er selbst das Kochhandwerk gelernt und kümmert sich um die Speisen.

„Ich komme aus einer Gastronomie-Familie. Wir sind schon die dritte Generation.“ Dazu gehört auch, ein Gespür für neue Trends. Und das hat dazu geführt, dass es auch im Restaurant Neuerungen gibt. „Wir haben unsere Speisekarte verändert.“ Die Gerichte sind kleiner - und damit natürlich auch preiswerter geworden. Nun heißt die Devise: griechische Tapas. „Wir haben es bei uns selbst gemerkt. Wir wollen gar nicht mehr so große Portionen. Das ist meistens viel zu viel und man bekommt gar nicht alles aufgegessen“, erzählt Köchin Maria Tassios. „Und es gibt eben auch in der griechischen Küche so etwas wie Tapas. Bei uns heißen sie Mezedes. Das wissen viele Deutsche nicht, weil sie nur die griechischen Imbisse kennen. Die griechische Küche ist aber viel vielfältiger.“

Und es muss auch nicht immer nur Fleisch sein. In der neuen Speisekarte finden sich auch Gerichte für Vegetarier und - das gibt es tatsächlich noch nicht oft - für Veganer. „Wir hoffen, so auch ein jüngeres Publikum anzusprechen.“ Dazu sollen auch die niedrigeren Preise bei den Mezedes beitragen „Wer mehr Hunger hat, kann einfach mehrere Portionen bestellen. Sie können aber auch als Snack zum Bier oder Glas Wein verzehrt werden.“ Es ist ein alter traditioneller Standort am Hagdorn. Früher hieß das Lokal Kölner Hof. Doch Tassios hat sich für einen neuen Namen entschieden. „Der Grieche“ - das soll zu einer Marke werden, die ganz bewusst Gäste in die Altstadt lockt. „Es ist heute nicht mehr so, dass die Menschen einfach so auf gut Glück in die Altstadt gehen, von Kneipe zu Kneipe wandern und dann auch hier landen. Die Gäste haben heute ein konkretes Ziel.“ Wie so viele in Mülheim hofft auch dieser Wirt darauf, dass durch die Hochschule ein studentisches Publikum an seine Theke gelockt werden könnte.

Platz genug jedenfalls hat er - beim Griechen steht auch ein großer Saal zur Verfügung, der um die 90 Personen fasst.

Und dann gibt es noch einen Hotelbetrieb: zehn Zimmer. „Es sind größtenteils Messebesucher, die hier wohnen. Viele aus England. Die schätzen die Altstadt-Atmosphäre und das familiäre Klima“, erzählt Tassios.

Apropos Familie - beide Lokale sind ein Familienbetrieb. Alle sind eingebunden. Von Ehefrau Maria, die in der Küche alle Speisen frisch zubereitet, bis zum Bruder Alexandros, der ein gelernter Systemgastronom ist. Gibt es da überhaupt noch Freizeit? „Es ist schon sehr anstrengend“, sagt der 37-Jährige. „Aber das ist auch eine tolle Aufgabe.“ Und ab und an gibt es auch mal einen Ausflug zu Kollegen, zum Beispiel ins Leonardo in der City.

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