Greenpeace-Labor geht vor Anker

Das Greenpeace-Aktionsschiff „Beluga II“ legt in Mülheim an.
Das Greenpeace-Aktionsschiff „Beluga II“ legt in Mülheim an.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Seit gut einem Jahr können an der Ruhrpromenade Schiffe anlegen. Das Greenpeace-Aktionsschiff „Beluga II“ wird am Wochenende das bislang größte sein. Besucher können die Ausstellung im Schiff besuchen und sich über die Arbeit der Umweltaktivisten informieren.

Mülheim.. Es dürfte das größte Schiff sein, dass bislang an der Ruhrpromenade angelegt hat: Am Samstag, 11. April, wird die 33 Meter lange Beluga II am Stadtsteiger anlegen. Greenpeace nutzt das Schiff für seine Kampagne für die Arktis als Naturschutzgebiet. Seit der Eröffnung der Ruhrpromenade im Mai letzten Jahres gibt es dort auch eine Anlegestelle. Bisher sind noch nicht allzu viele dort vor Anker gegangen. Um so mehr dürfte das schwimmende Labor für Aufmerksamkeit sorgen. Ab 12 Uhr können sich Besucher an Bord in einer Ausstellung über die Gefahren informieren, denen die Arktis ausgesetzt ist.

Hafenmeister Joachim Exner freut sich über den Besuch des zweimastigen Klippers. Bedanken kann sich Exner bei der örtlichen Greenpeace Gruppe. „Im letzten Jahr hat die Beluga II bei ihrer Tour in Deutschland in Oberhausen gehalten. Da es jetzt ja nun diese neue Anlegestelle gibt, fanden wir, jetzt sollte das Schiff nach Mülheim kommen“, berichtet Angelika Pawlik, Pressesprecherin von Greenpeace vor Ort.

Die Besatzung des Schiffes, die aus vier Mann besteht, wechselt. „Das sind immer andere Aktivisten, die für unterschiedliche Zeit auf dem Schiff mitfahren. Manche nur eine Woche, andere länger“, berichtet Pawlik. Die personelle Konstante an Ort ist Kapitän Uwe. Die Beluga ist seit 2004 im Einsatz.

Arktis-Ausstellung und Schiffsbesichtigung

Wie schon das Vorgängerschiff, ist es nach einer Wal-Spezies benannt. Der Beluga ist ein weißer Gründelwal, der sporadisch auch in Flüsse einwandert. Das Schiff fährt auf den europäischen Binnengewässern, aber auch vor den Küsten der Ost- und Nordsee, des Atlantiks, des Mittelmeeres oder des Kaspischen und des Schwarzen Meeres. Am Samstag kann neben der Arktis-Ausstellung auch das Schiff besichtigt werden.

Wie viele Schiffe seit Mai letzten Jahres an der Ruhrpromenade schon vor Anker gegangen sind, kann Joachim Exner nicht sagen. „Wir haben ganz bewusst noch nicht gezählt. Wir sind jetzt in der Probe-Saison.“ Aber dass die Beluga nun hier halte, sei ohne Zweifel ein Höhepunkt. Ansonsten setzt Exner, der auch der Chef der Weißen Flotte ist, auf die Schifffahrtsgesellschaften anderer Städte. „Die Weiße Flotte fährt ja auch andere Städte an, zum Beispiel Uerdingen. Die Fahrpläne entstehen aber immer mit einer gewissen Vorlaufzeit.“ Bis sich herumspricht, dass es eine neue Anlagestelle gibt, brauche es Zeit. Exner hofft, dass in der kommenden Saison Mülheim dann Berücksichtigung finde.

Die Beluga II wird Sonntag wieder ablegen. Das heißt: Vorher gibt es für die fünf Mann auch einen Landgang geben. Wie sehr der überzeugen wird, bleibt abzuwarten. Aber diese Qualitäten sind sicher auch nicht unwichtig für einen Kapitän, wenn er entscheidet, wo sein Schiff anlegt.