Graffitikunst schützt kreativ vor Schmierereien

Stadtgebiet..  Graffitis gehören zu einem Stadtbild seit Jahrzehnten dazu. Viele könnte man eher als Schmierereien bezeichnen, bei dem ein oder anderen lässt sich aber auch ein gewisses künstlerisches Talent des Sprayers nicht leugnen. So manche Graffiti-Arbeiten stechen seit ein paar Jahren in Mülheim aber heraus. Wie zum Beispiel an Häuserfassaden am Kreisel in Eppinghofen.

Dennis Broszat ist Fassadenkünstler und sprayt seit dem 16. Lebensjahr. Seit 2006 hat der gelernte Maler und Lackierer nun sein eigenes Unternehmen. „Es hat sich einfach aus dem Job entwickelt, auf den ich keine Lust mehr hatte“, sagt Dennis Broszat. „Wo die Reise hingeht, war mir anfangs aber wirklich überhaupt nicht klar.“

Dass die Reise wirklich weit gehen würde, damit hätte der 33-Jährige nicht gerechnet. Nach einer kurzen Zeit des Klinkenputzens kamen die Hauseigentümer und Wohngenossenschaften allein auf den talentierten Künstler zu. „Es ist ja nicht nur Eigenwerbung für mich, für die Hauseigentümer ist es auch ein präventiver Schutz“, so Dennis. „Fassaden, die wirklich kunstvoll besprüht werden, werden nur ganz selten beschmiert.“

Mittlerweile gehören unter anderem die Stadt Mülheim, der SWB und auch der MWB zu den Auftraggebern von Dennis Broszat. Kürzlich hat er noch die Treppenaufgänge der neu entstandenen „Gartenhöfe“ in Saarn gestaltet. Das Wort „Nachbarschaft“ ist in allen Sprachen der 15 Partnerstädte Mülheims für Bewohner, wie auch Passanten unübersehbar.

Graffitikurs mit Jugendlichen

Aber nicht nur für sich und diverse Auftraggeber greift Dennis zur Dose. „Einmal im Jahr gebe ich in Kooperation mit den Kirchen einen Workshop am Marienplatz in Styrum. Wir bekommen die Utensilien gesponsert und dann machen wir mit Jugendlichen einen Graffitikurs. Die Werke bleiben dann auch für ein Jahr an den Wänden – bis zum nächsten Workshop.“ Dass solche Aktionen Jugendliche vom illegalen zum legalen Sprühen führt, hat auch das Jugendamt erkannt und sponsert seit einiger Zeit die Arbeit von Dennis. Dennis Broszat und seine Arbeit sind mittlerweile so bekannt, dass er nicht nur Aufträge aus Mülheim hat.

Über die Grenzen NRWs kommen Nachfragen von hochkarätigen Firmen, die mithilfe von Dennis ein bisschen Pep auf die schnöde Firmenfassade bekommen möchten. Sogar der Landesbetrieb Straßen NRW hat Dennis Broszat als ein Allheilzweckmittel gegen Graffiti-Schmierereien erkannt. So hat er das Nutzungsrecht, um selbst oder mit Jugendlichen die Brücken, die der Landschaftsbehörde unterstehen, zu verschönern.

Schallschutzwände als Hingucker

So wurden unter anderem Schallschutzwände an der A 40 oder die Brückenunterführung in Ratingen-Breitscheid von Dennis und seinen Mitstreitern zu einem Hingucker gemacht. Für den Mülheimer Künstler müssen es aber nicht nur die großen Fassaden sein. „Ich bearbeite auch kleine Sachen, wie Trafohäuschen oder sehr gerne auch Kinderzimmer“, sagt Dennis Broszat. „Gerade in Kinderzimmern kann ich mich auch mal richtig austoben.“ Trotz viel Anerkennung und mittlerweile vielen Großaufträgen ist der Mülheimer Künstler auf dem Boden geblieben. „Es ist schon ein Privileg, aus seinem Hobby einen Beruf machen zu können.“